Straße retten und Verkehrschaos verhindern

SPD-Vorschlag: Kreis soll B7 übernehmen

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Angst vor Chaos: Die aktuellen Pläne für den Bau der Autobahn im Lossetal sehen vor, dass die Bundesstraße 7 wegfällt und die Umleitungsstrecke durch Oberkaufungen (Foto) und Helsa führt. Nach dem SPD-Konzept würde die Kreisstraße künftig von den Gemeinden unterhalten.

Kaufungen/Helsa. Mit einem unkonventionellen Vorschlag haben sich die Sozialdemokraten am Wochenende in die Diskussion um den vom Bundesrechnungshof geforderten Wegfall der Bundesstraße 7 zwischen Oberkaufungen und Helsa im Zuge des Baus der Autobahn 44 eingeschaltet.

Durch eine Neuordnung der Zuständigkeiten für die im Lossetal verlaufenden Straßen wollen die Genossen die Kritik der Finanzwächter gegenstandslos machen. Der Vorschlag der SPD-Kreistagsfraktion sieht vor, dass die Bundesstraße 7 in die Obhut des Landkreises Kassel gegeben und dadurch zur Kreisstraße wird. Der Landkreis, nicht mehr der Bund, wäre dann für deren Unterhalt zuständig.

Ulrike Gottschalck

Die Kreisstraße 7 zwischen Kaufungen und Helsasoll dafür zur Gemeindestraße heruntergestuft werden. Für sie wären dann die Kommunen Kaufungen und Helsa zuständig. Im Ergebnis würde die neue Klassifizierung dazu führen, dass im Lossetal nicht mehr zwei vom Bund zu unterhaltende Straßen - die künftige Autobahn 44 und die heutige Bundesstraße 7 - parallel verliefen. Nach Angaben von SPD-Fraktionschefin Ulrike Gottschalck soll das Konzept bei der nächsten Kreistagssitzung am 3. Juli zur Beratung vorgelegt werden.

Landrat soll verhandeln

In dem Antrag wird der Kreisausschuss beauftragt zu prüfen, ob die Herabklassifizierungen von B 7 und K 7 „vorstellbar und finanzierbar“ wären.Landrat Uwe Schmidt (SPD) soll vom Kreistag beauftragt werden, Verhandlungen mit dem Land Hessen und den beiden betroffenen Gemeinden Kaufungen und Helsa zu führen.

Bei Wegfall droht Verkehrschaos

In den beiden Orten fürchtet man, dass ein Wegfall der B 7 zu einem Verkehrschaos führen wird, weil sich der Verkehr von der Autobahn bei Unfällen oder Bauarbeiten durch die engen Innerortsstraßen wälzen würde.

Auch der heute noch über die B 7 fließende Lieferverkehr würde größtenteils die heutige Kreisstraße nutzen. Im Zuge der A44-Planung hatte es zuletzt den Vorschlag gegeben, die Bundesstraße 7 zur Gemeindestraße zu machen.

Dies hatte Kaufungen wegen der zu erwartenden Unterhaltskosten aber abgelehnt. Eine Stellungnahme der Verkehrsministerien von Bund und Land sowie des Rechnungshofs war am Wochenende nicht zu erhalten.

Von Peter Ketteritzsch

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