Staatsanwaltschaft Kassel hat Anklage erhoben

Nach Brand im Helsaer Flüchtlingsheim: 28-Jähriger vor Gericht

Ein Großaufgebot von Polizei und den Feuerwehren: Einsatzkräfte aus Kaufungen und Helsa waren am 14. März bei dem Feuer in der Flüchtlingsunterkunft des Landkreises Kassel in Helsa-Eschenstruth vor Ort. Archivfoto: Hessennewstv

Helsa/Kassel. Dreieinhalb Monate nach dem Brand in einem Flüchtlingsheim in Helsa-Eschenstruth hat die Staatsanwaltschaft Kassel Anklage gegen den bereits am Tattag festgenommenen 28 Jahre alten Syrer wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung, des versuchten Totschlags und der Brandstiftung erhoben.

„Der Syrer steht im Verdacht, am Dienstag, 14. März, in der Unterkunft zwei 21 und 27 Jahre alte Männer aus Somalia mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt zu haben“, bestätigt Oberstaatsanwalt Dr. Götz Wied. Beide Männer hatten Stichverletzungen im Bauchbereich erlitten, die jeweils eine Notoperation erforderlich gemacht hätten. Ein dritter Bewohner soll ebenfalls Ziel eines Angriffs gewesen sein, diesen jedoch abgewehrt haben.

Feuer im Obergeschoss

„Nachdem die verletzten Männer aus der Flüchtlingsunterkunft geflohen waren, soll der Beschuldigte dann noch im Obergeschoss des Hauses das Feuer gelegt haben“, sagt Wied. Zeugenaussagen sowie die Ergebnisse der polizeilichen Ermittlungen am Brandort festigen diesen Verdacht, bestätigt auch Polizeisprecher Torsten Werner. Inzwischen seien die Ermittlungen abgeschlossen worden, die Akten auf dem Weg zur Staatsanwaltschaft. Gute Nachricht: „Die beiden Somalier sind wieder genesen, nachdem sie einige Tage im Krankenhaus verbracht hatten“, sagt Werner.

Schwierige Löscharbeiten: Nur mit Einsatz einer Drehleiter war dem Brand in dem Fachwerkhaus beizukommen.

Über die Eröffnung des Verfahrens sei noch nicht entschieden worden, sagt Wied. Dementsprechend sei auch noch kein Termin anberaumt. Anhängig ist das Verfahren derzeit beim Landgericht Kassel, der Beschuldigte befindet sich weiter in U-Haft.

Haus weiter unbewohnbar

Das Feuer in dem Flüchtlingsheim mit 32 Bewohnern am Mühlenweg hatte Mitte März ein Großaufgebot der Polizei und der Feuerwehren aus Kaufungen und Helsa ausgelöst. Als das Feuer in dem vom Landkreis Kassel gemieteten Fachwerkhaus ausbrach, hatten sich noch 17 Personen in dem Gebäude befunden. Allen gelang rechtzeitig die Flucht ins Freie. Dem Brand, bei dem gut die Hälfte des Hauses zerstört wurde, war nach Erkenntnissen der Polizei ein Streit zwischen den Bewohnern vorausgegangen. Einen Anschlag war von vorn herein ausgeschlossen worden. In dem Haus lebten Syrier, Somalier und Afghanen.

Noch immer ist das Haus unbewohnbar: Dem Feuer war ein Streit unter den Bewohnern vorausgegangen Archivfoto: Peukert

Das Wohnhaus ist noch immer unbewohnbar. Dennoch will der Landkreis weiter an der Immobilie zur Unterbringung von Flüchtlingen festhalten. Der Sachschaden in Höhe von 150.000 Euro wird durch die Gebäudeversicherung des Vermieters reguliert. Ein Sachverständiger war bereits vor Ort. „Doch haben wir bis jetzt vom Vermieter noch nichts gehört“, sagt Kreissprecherin Ute Jäger.

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