Versicherung übernimmt Schadenssumme in Höhe von 150.000 Euro

Nach Brand in Helsaer Unterkunft: Ziehen wieder Flüchtlinge ein?

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Sanierungsarbeiten laufen auf Hochtouren: In der Flüchtlingsunterkunft in Helsa-Eschenstruth hatte es Mitte März diesen Jahres gebrannt. In Verdacht steht ein 28-Jähriger aus Syrien, der das Feuer gelegt haben soll. 

Helsa. Nach dem Brand in der Flüchtlingsunterkunft in Helsa-Eschenstruth im März wird das Gebäude nun saniert. Unklar ist allerdings, ob der Landkreis Kassel Mieter bleibt.

In der Flüchtlingsunterkunft im Helsaer Ortsteil Eschenstruth, in der es Mitte März gebrannt hatte, laufen derzeit Sanierungsarbeiten. Das bestätigte die Besitzerin der Immobilie auf HNA-Nachfrage. Wie lange die Bauarbeiten dauern werden, könne sie nicht sagen, sie rechnet noch mit „mindestens sechs Wochen“. Nachdem die Räume zunächst entkernt wurden, arbeiten Handwerker derzeit an der Außenfassade.

Drei Zimmer waren bei dem Brand im Frühjahr beschädigt worden, der Rest der Doppelhaushälfte blieb vom Feuer verschont. Trotzdem ist die gesamte Unterkunft im Ortskern Eschenstruths seit Mitte März geschlossen. Laut HNA-Informationen übernimmt die Gebäude-Brandschutzversicherung der Vermieterin die komplette Schadenssumme in Höhe von 150.000 Euro – diese Summe hatte ein Sachverständiger vor Ort festgestellt.

Völlig zerstört: In diesem Zimmer in der Helsaer Flüchtlingsunterkunft. war das Feuer ausgebrochen. 

Flüchtlingszahlen sind rückläufig

Ob der Landkreis Kassel weiter an der Immobilie am Mühlenweg als Unterkunft für Flüchtlinge festhalten wird, ist derzeit noch unklar. „Wir warten ab, bis die Sanierungsarbeiten der Räumlichkeiten abgeschlossen sind und sehen, ob das Gebäude aus baulicher Sicht weiterhin für die Unterbringung von Menschen genutzt werden kann“, erklärt Kreissprecher Harald Kühlborn. Erst dann falle eine Entscheidung, denn der Bedarf an benötigtem Wohnraum für Flüchtlinge habe sich im Landkreis Kassel in den vergangenen Monaten rückläufig entwickelt.

Den Brand verursacht hat vermutlich ein 28 Jahre alter Asylbewerber aus Syrien, der zu dem Zeitpunkt selbst in der Unterkunft gelebt hat. Er soll laut Oberstaatsanwalt Dr. Götz Wied zuvor zwei Mitbewohner (21 und 27 Jahre) aus Somalia mit Messerstichen in den Bauch lebensbedrohlich verletzt und anschließend im Obergeschoss des Flüchtlingsheims Feuer gelegt haben. Die Staatsanwaltschaft Kassel hat Anklage gegen den bereits am Tattag festgenommenen Syrer wegen des Verdachts des versuchten Totschlags, gefährliche Körperverletzung und Brandstiftung erhoben.

Einsatz im Ortskern von Eschenstruth: Die Kaufunger Feuerwehr war am 14. März mit einer Drehleiter ausgerückt. 

Prozess ab 1. November 

Der Prozess beginnt am Mittwoch, 1. November, vor dem Landgericht Kassel. Der Beschuldigte befindet sich weiterhin in U-Haft.

Das Feuer in der Flüchtlingsunterkunft mit 32 Bewohnern am Mühlenweg hatte Mitte März ein Großaufgebot der Polizei und der Feuerwehren aus Kaufungen und Helsa ausgelöst. Als das Feuer in dem vom Landkreis Kassel gemieteten Fachwerkhaus ausbrach, hatten sich noch 17 Personen in dem Gebäude befunden. Allen gelang rechtzeitig die Flucht ins Freie. In dem Haus lebten Syrier, Somalier und Afghanen. 

Hintergrund: Gericht plant sieben Termine ein 

Die Staatsanwaltschaft Kassel hat gegen einen 28 Jahre alten Asylbewerber aus Syrien Anklage wegen des Verdachts des versuchten Totschlags, gefährliche Körperverletzung und Brandstiftung erhoben. Der Prozess beginnt am Mittwoch, 1. November, um 9 Uhr in Saal D 130 des Landgerichts Kassel. 

Für das Verfahren vor der 6. Strafkammer des Landgerichts mit Richter Volker Mütze an der Spitze sind insgesamt sieben Verhandlungstage angesetzt, an denen 21 Zeugen und ein Sachverständger gehört werden sollen. 

Weitere Verhandlungstage sind der 7., 9., 21. und 22. November sowie der 5. und 7. Dezember.

Mann rettete Flüchtlinge

Bei dem Feuer in der Helsaer Unterkunft hatte Heinz Jordan Flüchtlinge aus dem verqualmten Haus gerettet. Er hatte kritisiert, dass die Feuerwehrleitstelle in Kassel für einen Notruf nicht zu erreichen gewesen sei.

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