Am Rohrberg bei Helsa: Startschuss für weiteren Windpark

Riesiges Loch: Raupen und Bagger haben am Rohrberg schon Platz für das erste Fundament einer Windkraftanlage geschaffen. Fotos: Dilling

Helsa/Kassel. Am Rohrberg bei Hirschhagen unweit von Helsa ist der symbolische Startschuss für einen weiteren Windpark gefallen.

Unter der Projektleitung der Städtischen Werke Kassel werden dort bis Ende des Jahres fünf Windkraftanlagen, die mit der Rotorspitze etwa 200 Meter in den Himmel ragen, errichtet werden. Sie können rechnerisch 15.000 Haushalte mit elektrischem Strom versorgen, das entspricht einem Stromertrag von 44 Gigawattstunden. Werke-Vorstand Dr. Thorsten Ebert feierte mit Kommunalpolitikern, Projektmitarbeitern und Vertretern von Energie-Genossenschaften den Spatenstich.

Nach dem im vergangenen Jahr fertiggestellten Windpark Söhrewald/Niestetal ist es das zweite Projekt dieser Art, das die Werke auf den Weg bringen. Es wird rund 30 Millionen Euro kosten.

Die Tiefbauarbeiten für den Aushub der gewaltigen Fundamente haben am Rohrberg bereits begonnen. Im Herbst sollen die mächtigen Rotoren installiert werden. Insgesamt müssen zwei Hektar Wald für den Windpark gerodet werden.

Die Werke hätten über das Vorhaben am Rohrberg im Vorfeld umfassend informiert, sagte Ebert, das Für und Wider sei ausdiskutiert. „Wir sollten jetzt alle an einem Strang ziehen.“ Er bezog sich dabei offensichtlich auf den Widerstand von Helsaer Bürgern, insbesondere einer dort ansässigen Bürgerinitiative, die sich gegen eine Verschandelung der Waldlandschaft wehren.

Hessisch-Lichtenaus Bürgermeister Jürgen Herwig (SPD) erklärte, der Windpark sei in seiner Stadt willkommen. Das Projekt passe gut zum Klimaschutzkonzept der Stadt. Ähnlich äußerte sich Dr. Rainer Wallmann, Vizelandrat des Werra-Meißner-Kreises. Die Windkraft sorge für eine gewaltige Einsparung an klimaschädlichem Kohlendioxid. Herwig sagte, er hoffe, dass sich das Land bald entschließt, die Kommunen finanziell an den Einnahmen der im Landesforst errichteten Windkrafträder zu beteiligen.

Der am Rohrberg produzierte Strom wird übrigens nicht nach Hessisch-Lichtenau fließen. Er werde über eine 110.000-Volt-Leitung nach Kassel transportiert und in das dortige Netz eingespeist, sagte Projektleiter Roland Schoof. Hessisch-Lichtenau könne so viel Strom gar nicht zusätzlich verbrauchen.

Im Sommer wollen die Werke zusammen mit Bürgern der umliegenden Orte ein Baustellenfest feiern. Noch dieses Jahr soll auch der Bau eines weiteren Windparks im Stiftswald sowie auf dem Kreuzstein beginnen. Beide Anlagen zusammen sollen noch einmal etwa 48.000 Haushalte mit Strom versorgen können. Im Stiftswald sind die Kasseler Werke Projektleiter. Am Kreuzstein wird die Sun GmbH, ein Zusammenschluss mehrerer Stadtwerke, federführend sein.

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