Wegen Gleisarbeiten noch gesperrt

Sind die Masten noch stabil? Rütteltest an den Gleisen der Lossetalstrecke

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Helsa. Ob die Masten an der Lossetalstrecke noch sicher in ihrem Betonfundament stehen, wird derzeit mit Rütteltests geprüft.

Sebastian Eulitz von der Firma Roch Services aus Lübeck legt alle Arten von Masten an die Kette: Laternenpfähle, Peitschen- und Schildermasten. Am Wochenende hatten er und sein Kollege Jens Knifka es mit den Fahrleitungsmasten der Lossetalbahn zu tun.

Am Montag sind sie noch zwischen Helsa und Hessisch-Lichtenau zu Gange. Mindestens 200 der insgesamt 608 Masten entlang der Straßenbahnstrecke zwischen Kaufungen-Papierfabrik und Hessisch-Lichtenau prüfen sie auf ihre Standsicherheit, in dem sie mit der Kraft eines Baggers an den Masten zerren.

Bagger zieht Bagger: Mit diesem Gespann fahren die Mitarbeiter der Lübecker Firma die Strecke ab. Der Bagger auf dem Anhänger braucht einen vibrationsfreien Untergrund, damit die Messergebnisse stimmen.

Standsicherheit? Ist das bei einer Strecke, die erst zehn Jahre alt ist, und Masten aus verzinktem, massivem Stahl überhaupt ein Problem? Die Überprüfung sei gesetzlich alle zehn Jahre vorgeschrieben, antwortet Thorsten Lange von der Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG). Und die Vorschrift hat wohl ihre Berechtigung: Vor fünf Jahren kippte in Würzburg ein Fahrleitungsmast um, die Straßenbahn konnte deshalb dort eine Woche nicht fahren. Am Samstag meldete die Zeitung „Main-Echo“, dass die Stadt Würzburg 140 Masten austauschen muss, weil ihre Betonfundamente bröckeln. Ein schwieriger Untergrund könne tatsächlich der Grund sein, warum ein Fahrleitungsmast ins Wanken gerät, bestätigt Baggerführer Knifka.

Ein bisschen Wackeln darf der Fahrleitungsmast aber schon. Der Spielraum betrage aber nur 0,1 Millimeter erklärt er, für das Auge nicht wahrnehmbar. Das Wackeln wird daher von einem so genannten Wegsensor digital gemessen. Diesen hält Eulitz an den Masten, während sein Kollege in vier Richtungen an dem Mast zieht. Eine Software rechnet hoch, ob der Stahlpfeiler eine Zugkraft von 1,2 Tonnen aushält. Schließlich sind die Kräfte, die durch die Ausleger des Mastes und durch diverse Anbauten zerren, gewaltig. Auch der Wind ist ein Faktor. „Diese Kraft ist nicht zu unterschätzen“, sagt Lange.

Bis Sonntagmittag entdeckten die Prüfer allerdings keine Auffälligkeiten. Am Ende der Standsicherheitsprüfung fahren KVG-Mitarbeiter auch noch die Oberleitung ab, bevor die Strecke wieder freigegeben wird. Am Montagmorgen, 6. Februar, kann man schon wieder bis Oberkaufungen fahren. Bis Dienstagfrüh – mit Betriebsbeginn – soll die Strecke bis Hessisch-Lichtenau freigegeben werden.

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Informationen bei der KVG unter www.kvg.de, auf Twitter unter https://twitter.com/KVGinfo sowie per Telefon: 0800 / 939 0800

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