So sieht die A44 im Lossetal zwischen Helsa und Oberkaufungen aus

Kaufungen/Helsa. Soviel kann man schon nach dem ersten Eindruck sagen: Das Lossetal zwischen Oberkaufungen und Helsa wird sich durch den Bau der Autobahn 44 im Wortsinne einschneidend verändern.

Gab es bislang lediglich Grafiken, auf denen der Verlauf der Fernstraße dargestellt war, so hat das Hessische Verkehrsministerium jetzt eine realitätsnahe Darstellung des rund vier Kilometer langen Abschnitts veröffentlicht.

Hintergrund ist die Tatsache, dass sich an der vom Land geplanten Linienführung grundsätzlich nichts mehr ändern wird.

Das hatte Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) bei seinem Besuch im November in Kaufungen klargestellt (die HNA berichtete). Als einziges Ergebnis des von ihm ins Leben gerufenen Dialogverfahrens zwischen dem Land und der Gemeinde Kaufungen präsentierte der Minister den Erhalt der Bundesstraße 7 als Ausweichstrecke bei Unfällen und Baustellen auf der Autobahn. Diese Lösung war tatsächlich aber bereits vor Beginn des Dialogverfahrens zwischen den Kommunen, dem Kreis Kassel und dem Bund besprochen worden.

DIE AUTOBAHNTRASSE

Nach dem aktuellen Entwurf wird die A 44 zwischen Oberkaufungen und Helsa südlich oberhalb der heutigen Bundesstraße 7 am Hang des Stiftswaldes verlaufen. Dafür muss in beträchtlichem Umfang Wald des Ritterschaftlichen Stifts gerodet werden.

Zur Orientierung: Heute reicht der Stiftswald bis an die B 7 heran. Um die Autobahn oberhalb der heutigen Straße führen zu können, muss eine Art Damm geschaffen werden, wofür umfangreiche Erdarbeiten erforderlich sind. Vergleichbar ist dies mit dem im Bau befindlichen A 44-Abschnitt zwischen Helsa und dem Hirschhagen-Tunnel.

DIE BUNDESSTRASSE

Die B 7 bleibt erhalten. Auf ihr kann weiterhin der regionale Verkehr fließen. Vor allem aber soll sie als Umleitungsstrecke für die Autobahn dienen. Dies soll verhindern, dass sich der (Schwer-) Verkehr bei Unfällen und Baustellen durch Helsa und Kaufungen quält. Die B 7 wird künftig K 7 heißen. Denn verantwortlich für die Verbindung wird der Landkreis Kassel sein. Mit der Lösung erfüllt man eine Forderung des Bundesrechnungshofs: Die Kontrolleure lehnen parallel verlaufende, vom Bund zu unterhaltende Straßen ab.

DIE KREISSTRASSE

Die Kreisstraße zwischen Oberkaufungen und Helsa verschwindet. Sie wird zu einem Wirtschaftsweg zurückgebaut. Die Eigentümer der Grundstücke entlang der alten Handelsstraße (Leipziger Straße) können diese weiterhin erreichen.

DIE GRÜNBRÜCKE

Östlich der Kunstmühle wird es nach der aktuellen Planung eine so genannte Grünbrücke geben. Sie soll dem Wild ermöglichen, gefahrlos zwischen dem Stiftswald und dem Kaufunger Wald zu wechseln.

Idee: Die Bundesstraße 7 wird zur Kreisstraße

Der Kreis Kassel ist weiterhin grundsätzlich bereit, mit dem Bund über die Übernahme der Bundesstraße 7 zu verhandeln, erklärte Verwaltungssprecher Harald Kühlborn auf HNA-Anfrage. Ein Verhandlungsmandat hat der Kreistag dem Landrat Uwe Schmidt (SPD) bereits erteilt. Vor allem zwei Fragen müssen während der Gespräche geklärt werden:

• Wie kommen die Oberkaufunger nach dem Rückbau der heutigen Kreisstraße ohne den Umweg über die B 7 oder die Autobahn nach Helsa? Dem Vernehmen nach soll erreicht werden, dass die heutige Kreisstraße östlich von Oberkaufungen nicht zu einer Sackgasse wird, sondern es eine Verbindung zur heutigen B 7 gibt. Sie könnte im Bereich der Kunstmühle entstehen. 

• In welchem Zustand geht die Bundesstraße in die Obhut des Landkreises über? Der SPD-Landtagsabgeordnete Timon Gremmels (Niestetal) forderte jüngst, die B 7 müsse saniert an den Kreis übergehen. Es dürften in der ersten Zeit keine Unterhaltskosten anfallen. Um die B 7 als Kreisstraße erhalten zu können, muss die Autobahn südlicher als ursprünglich geplant verlaufen. 

• Nachteile: schätzungsweise 3,4 Hektar (fünf Fußballfelder) mehr an Waldfläche des Stiftswaldes fallen weg; die Kosten steigen, die Grünbrücke muss länger geplant werden. 

• Vorteil: Die Bundesstraße kann während des Baus der Autobahn weiterhin genutzt werden. 

 

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