Lärmschutz-Gutachten soll Klarheit schaffen

Tauziehen um neues Wohngebiet in Eschenstruth

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Starke Lärmquelle: Diese Blockbandsäge will die Firma Blumenstein nach Eschenstruth verlagern. Das Lärmgutachten könnte auch klären, wie weit sie von den neuen Wohnhäusern entfernt stehen muss.

Helsa. Die Nachfrage nach Bauplätzen in Helsa ist laut Bürgermeister Tilo Küthe groß. Eine Antwort darauf ist ein neues Baugebiet in Eschenstruth. Weil die Leistenfabrik Blumenstein aber um ihre Entwicklungsmöglichkeit fürchtet, kann dieses nicht angegangen werden. 

Helsa verzeichnet eine hohe Nachfrage nach Bauplätzen. „Wir haben jede Woche vier bis fünf Anfragen“, sagt Bürgermeister Tilo Küthe (SPD). Doch die Nachfrage ist höher als Angebot. Daher wollte die Gemeinde schon dieses Frühjahr Bauland für acht Wohnhäuser im Bereich Steinbach/Die großen Höfe in Eschenstruth auf den Weg bringen. Doch das Projekt verzögert sich nun erheblich, weil die Leistenfabrik Blumenstein im benachbarten Gewerbegebiet um ihre Entwicklungsmöglichkeit fürchtet. Blumenstein hat ein Lärmschutzgutachten in Auftrag gegeben, dessen Ergebnisse die Gemeinde laut Bürgermeister Küthe abwarten will.

Klaus Blumenstein

Die Firma Blumenstein wehrt sich gegen die Bebauung, weil die Gemeinde zum Schutz des künftigen Wohngebiets die Nutzung des dem Wohngebiet am nächsten liegenden Geländestreifens auf eine emissionsarme gewerbliche Tätigkeit beschränken will. Der Betrieb will aber in absehbarer Zeit sein in Helsa stationiertes Sägewerk mit einer riesigen Blockbandsäge in den Stammbetrieb verlegen. Seniorchef Klaus Blumenstein fürchtet, dass er die betreffende Fläche wegen der Lärmproblematik nicht einmal als Lager nutzen kann. 

Mit dem Gutachten will er nun Klarheit schaffen. Die Gemeinde Helsa hat zugesagt, das Gutachten zu bezahlen. Die Expertise dürfte auch für die Gemeinde wichtig sein. Denn die geplante Änderung des Flächennutzungsplans für das Gewerbegebiet muss durch das Regierungspräsidium genehmigt werden. Und diese Behörde prüft, ob Helsa die Belange des vorhandenen Betriebs rechtlich zutreffend berücksichtigt hat.

TÜV wurde beauftragt

Er habe den TÜV in Kassel beauftragt, teilte Unternehmer Klaus Blumenstein auf Anfrage mit. Dieser werde Ende September seine Arbeit aufnehmen. Der Fabrikant will außerdem schon jetzt Fakten schaffen. Er werde demnächst eine Bauvoranfrage für den Umzug des Sägewerks nach Eschenstruth einreichen, kündigte er an.

„Wir wollen die Firma Blumenstein in keiner Weise beeinträchtigen. Der Betrieb ist wichtig für Helsa“, sagt Bürgermeister Küthe. In die Gespräche mit Blumenstein sei der Bauausschuss eingebunden gewesen. Küthe verweist darauf, dass die Gemeinde kaum Alternativen für neues Bauland habe. Denn leider verweigere das Land der Gemeinde, auf dem Sportplatz in Helsa Bauplätze auszuweisen, weil die Gemeinde Mittel aus dem Dorfentwicklungsprogramm erhält. Dieses erlaube nur die Schließung von Baulücken, nicht die Ausweisung neuer Baugebiete. Derzeit sei eine überfraktionelle Arbeitsgruppe dabei, Argumente für eine Ausnahmegenehmigung zu sammeln. Ansonsten müsste die Gemeinde mehr als drei Jahre warten, bis das Dorfprogramm 2020 ausläuft.

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