Gefährtin des Geiselnehmers war in Gefährder-Datenbank

"Unser bester Freund war live dabei": Schock in Helsa nach Terrorakt in Trèbes

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Helsa/Trebes. Tief erschüttert sind die Menschen in Helsa nach dem Terrorakt im französischen Trèbes. Seit fast 50 Jahren verbindet die kleine Gemeinde im östlichen Altkreis Kassel ein enge Freundschaft mit den Menschen in dem südfranzösischen Ort.

„Diese Geiselnahme hat gezeigt, dass der Terror auch bei uns und in unseren Herzen angekommen ist, sagt Karl-Ludwig Opper, Mitglied des Bürgervereins Frankreichfreunde in Helsa. „Unser bester Freund war live dabei, er arbeitet an der Kasse in dem Supermarkt“, berichtet Opper. 

Sein Freund habe gesehen, wie ein Kollege, der Metzger, von dem Attentäter erschossen wurde. „Er ist stark traumatisiert und spricht nicht über das, was sich am Tatort abgespielt hat. Wir haben mit seiner Frau telefoniert“, berichtet Opper weiter. Notfallseelsorger würden seinen Freund und alle anderen Opfer sowie deren Angehörige derzeit betreuen.

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Seit elf Jahren ist Opper mit dem 51-jährigen Supermarktkassierer aus Trèbes eng befreundet. „Er hatte Glück, dass der Attentäter durch den Nebeneingang in den Supermarkt gekommen ist, sonst würde er vielleicht selbst nicht mehr leben.“ Sein Freund habe zum Tatzeitpunkt an der ersten Kasse vor dem Haupteingang gestanden.

Die Mitglieder des Bürgervereins Frankreichfreunde halten in diesen Tagen engen Kontakt zu ihren Freunde in Südfrankreich. Für Juli war der nächste Besuch aus Trèbes in Helsa geplant. Im vergangenen Jahr waren die Helsaer zuletzt in Südfrankreich zu Besuch. 

Gefährtin des Geiselnehmers war in Gefährder-Datenbank

Wie der dpa am Montag aus Justizkreisen bestätigt wurde, ist die Lebensgefährtin des Geiselnehmers bei den Behörden in einer Datenbank mutmaßlicher Gefährder verzeichnet. Hervorgegangen war das zunächst aus französischen Medienberichten. 

Bei mehreren Angriffen in der Region Carcassonne hatte der 25-jährige Radouane L. am Freitag insgesamt vier Menschen getötet. Der Angreifer, der sich als "Soldat" der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bezeichnet hatte, wurde von Spezialkräften der Gendarmerie erschossen, seine Lebensgefährtin in Gewahrsam genommen. Im Anschluss an die Tat reklamierte der IS die Attacken für sich.

Zu den Todesopfern zählt auch ein Polizist, der sich freiwillig als Austauschgeisel zur Verfügung gestellt hatte. 

Wegen Radikalisierung war der Täter wie seine Lebensgefährtin in der Gefährder-Datenbank verzeichnet gewesen. Eine Überprüfung hatte 2016 und 2017 laut des Anti-Terror-Staatsanwalts François Molins aber keine Hinweise darauf ergeben, dass er einen Terrorakt begehen würde.

(mit dpa)

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