Verbindung zwischen Helsa und Großalmerode

Tiefe Schlaglöcher: Wer kümmert sich um Straße, die niemandem gehört?

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Helsa/Großalmerode. Wer kümmert sich um eine Straße, die niemandem gehört? Diese Frage stellt sich in Helsa und Großalmerode.

Denn der Teil einer Straße, die den Helsaer Ortsteil Wickenrode und die Stadt Großalmerode im Werra-Meißner-Kreis verbindet, hat tiefe Schlaglöcher. 

Weil aber für einen Teil der Straße kein Eigentümer existiert, macht sich unter Bürgern die Angst breit, dass dort der Bus bald nicht mehr lang fahren wird – die einzige ÖPNV-Verbindung der Orte, die zudem den Anschluss an die Lossetalbahn regelt.

Die Gemeinde Helsa hatte einen Abschnitt der Strecke, die Ringenkuhler Straße, in den 1970er-Jahren übernommen als die damaligen Eigentümer der Straße, die Freiherren Waitz von Eschen, das Eigentumsrecht abgegeben hatte, teilt Helsas Bürgermeister Tilo Küthe (SPD) auf HNA-Anfrage mit. Die Straße war damals zur Erschließung der Zeche Hirschberg gebaut worden. Für diesen Abschnitt ist damit die Gemeinde zuständig. Da der Bus aber ab der Abzweigung über die Kohlenstraße auf die Bundesstraße 451 fährt, muss auch dieses Stück befahrbar sein.

Auf gute Zusammenarbeit mit der Stadt Großalmerode sei man da besonders im Winter angewiesen, so Küthe. Fordere doch der ÖPNV, dass morgens um fünf Uhr die komplette Straße geräumt sein muss, also bevor der erste Bus fährt. Laut Küthe habe der Bauhof Helsa bei Schnee und Eis die stark abfallende Straße mitgestreut. „Wir möchten einfach, dass der Bus dort langfährt“, so der Verwaltungschef. Besonders für Schulkinder habe die Buslinie seit 15 Jahren eine große Bedeutung. Da die Gemeinde Helsa aber nicht Baulastträger ist, bleibt die Frage nach dem Umgang mit den Schlaglöchern.

Über 100 Fahrgäste am Tag

Im Winter, wenn die Straße nicht mit dem Bus befahrbar ist, fuhr die Linie 210 bislang über die B 451, sagt NVV-Sprecherin Sabine Herms – und konnte damit fünf Haltestellen nicht bedienen. Vor dem Hintergrund, dass laut der letzten NVV-Zählung etwa 100 Personen in Richtung Helsa-Wickenrode fahren, sei das ärgerlich, für die Sicherheit der Fahrgäste aber unumgänglich.

Die Entscheidung darüber, welchen Weg die Linie 210 fährt, trifft der Fahrer des Busses des von der NVV beauftragten Unternehmens Frölich-Reisen aus Hessisch Lichtenau bei der ersten Fahrt am Morgen, sagt Disponent Andreas Jaufmann. Bislang sei zwar kein Bus durch die Schlaglöcher kaputtgegangen. Für den reibungslosen Fahrbetrieb sei es aber wichtig, dass die Straße repariert wird. Laut Andreas Nickel (SPD), Bürgermeister der Stadt Großalmerode, versucht man seit Jahren erfolglos, die Straße an das Land oder den Kreis abzugeben. Immerhin handle es sich um eine überörtliche Verbindung von Relevanz.

Für den Landkreis komme das nicht infrage, sagt Kreissprecher Harald Kühlborn. Wolfgang Harms, Sprecher des Hessischen Verkehrsministeriums, teilt mit, dass es theoretisch die Möglichkeit gebe, dass das Land die Trägerschaft einer Straße übernimmt – so wie auch Bundesstraßen zu Landes- oder Kreisstraßen herabgestuft werden. Diesen Fall müsse man sich nun erst einmal genau ansehen. 

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