Helsas Bürgermeister wirft Hut für Posten in den Ring

Tilo Küthe will Chef beim Zweckverband Raum Kassel werden

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Will den Posten des ZRK-Chefs: Tilo Küthe, Bürgermeister von Helsa.

Helsa. Seit 15 Jahren ist Tilo Küthe (SPD) Bürgermeister in Helsa. Doch das könnte sich bald ändern: Der 52-Jährige hat seinen Hut für den Chefposten beim Zweckverband Raum Kassel (ZRK) in den Ring geworfen.

„Ich habe mich für die Stelle beworben“, sagt Küthe gestern im Gespräch mit der HNA.

Der Zweckverband ist seit August ohne Führung, nachdem der bisherige Direktor Dirk Stochla (SPD) nach noch nicht einmal zwei Jahren im Amt in den Kasseler Magistrat gewechselt ist. Die Entscheidung, wer sein Nachfolger wird, fällt noch im November (wir berichteten).

Küthes Amtszeit läuft eigentlich noch drei Jahre – wenn er ZRK-Chef werden sollte, braucht Helsa aber schon in Kürze einen neuen Bürgermeister. „Ich bin ein kreativer Mensch, aber in meinem jetzigen Amt kann ich diese Eigenschaft nicht ausleben“, nennt er einen der Gründe für seine Bewerbung. Helsa habe seit drei Jahren keinen genehmigten Haushalt mehr, was bedeute, dass die Gemeinde bei ihren Investitionen sehr eingeschränkt sei. „Es ist bedrückend, wenn man ein Problem sieht, es aber nicht beheben kann. Mir sind zurzeit die Hände gebunden.“ Küthe meint damit zum Beispiel auch kaputte Straßen, die nicht repariert werden können.

Am Posten des ZRK-Chefs gefalle ihm besonders, dass er den sozialkritischen Gedanken weiterspinnen und Kommunen begleiten könne. „Das ist eine sehr interessante Aufgabe, der ich auch gewachsen wäre.“ Küthe ist Diplom-Verwaltungswirt und jahrelang kommunalpolitisch tätig gewesen. Zu seinen Chancen kann er aber „gar nichts sagen“. Nur soviel: „Ich denke, dass ich alle Voraussetzungen mitbringe.“

Trotz der Probleme mit Helsas Finanzen betont Küthe, dass er sehr gerne Bürgermeister ist. „Die Bewerbung ist für mich keine Flucht aus dem Amt, sondern eine Chance, etwas zu bewegen“, sagt er. „Ich fühle mich mit meinen 52 Jahren noch nicht zu alt für eine berufliche Veränderung und würde den Job gern machen.“ Dazu komme, dass die freie Stelle als ZRK-Direktor keine alltägliche Situation sei. „Normalerweise ist der Posten ja über mehrere Jahre besetzt. Das ist jetzt eine große Chance.“

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