Zwischen Helsa und Friedrichsbrück

Trotz Krötenwanderung: Straße wird nicht gesperrt 

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Schilder warnen vor Krötenwanderung: Die Straße zwischen Helsa und Friedrichsbrück war in den vergangenen Jahren wegen der Tiere in den Nacht- und Morgenstunden öfter gesperrt. Dieses Jahr wird eine andere Vorgehensweise ausprobiert. 

Helsa/Friedrichsbrück. Schranken werden dieses Jahr nicht dafür sorgen, dass Kröten zwischen Helsa und Friedrichsbrück lebendig über die Fahrbahn kommen.

Bisher jedes Jahr war die Landstraße zwischen Helsa und Friedrichsbrück während der Krötenwanderung halbseitig mit Schranken gesperrt. Jetzt werden Autofahrer auf der Strecke mit Schildern, die Geschwindigkeitsbegrenzungen von 50 und 60 Kilometern pro Stunde anzeigen, gewarnt – eine Sperrung gibt es in den Nacht- und Morgenstunden nicht.

Die Schilder reichen aber offenbar nicht aus, um die Amphibien zu schützen: Leser meldeten sich bei der HNA und berichteten über mehrere Dutzend tote Tiere auf der Landstraße. Eine offizielle Bestätigung gibt es dafür aber nicht.

Das Regierungspräsidium Kassel (RP) entscheidet maßgeblich über eine mögliche Sperrung, weil es sich bei der Strecke um eine landkreisübergreifende handelt (Kreis Kassel und Werra-Meißner-Kreis). „Die Sperrung hat uns in den vergangenen Jahren sehr viel Geld und Mühe gekostet“, sagt RP-Sprecher Michael Conrad. „Wir wollen dieses Jahr versuchen, ob wir die Lage auch mit einer Beschilderung unter Kontrolle bekommen können.“ Die Erfahrungen sollen dann ausgewertet werden und über die Vorgehensweise in den kommenden Jahren entscheiden.

Kröten kamen nicht unbeschadet an

In der Vergangenheit war allerdings trotz der Sperrung nicht gewährleistet, dass die Kröten unbeschadet zu ihren Laichgewässern kommen, sagt Reinhard Rust von der oberen Naturschutzbehörde in Kassel. „Die Straße war ja nur halbseitig zu, die Sperrung konnte deshalb umfahren werden.“ Er bedauere, dass keine komplette Sperrung auf der Strecke möglich sei.

„Doch das hat handfeste, verkehrsrechtliche Gründe.“ Manchmal müssten sich Gründe aus der Sicht von Naturschützern diesen eben unterordnen. „Da geht es zum Beispiel darum, ob es eine zumutbare Umleitung gibt und welchen Stellenwert die Verbindung hat.“ Bei solchen Entscheidungen werde somit immer der Aufwand zum Nutzen ins Verhältnis gesetzt, sagt Rust.

Auch die halbseitige Sperrung habe viel Arbeit und Organisation bedeutet, da sie nur temporär war. „Nachts musste sie eingerichtet und morgens wieder geöffnet werden – und das in ganz bestimmten Nächten.“ Denn die Tiere wandern nur, wenn die Wetterverhältnisse dafür geeignet sind. „Dass sich die Tiere bei Temperaturen unter fünf Grad auf den Weg machen, ist zum Beispiel unwahrscheinlich.“

Eine tragende Säule für die Arbeiten rund um die Sperrung waren bisher neben hauptamtlichen Mitarbeitern des Forstamtes Ehrenamtler. Dieses Jahr gibt es zu wenige Engagierte, was der zweite Grund dafür ist, dass die Straße nicht gesperrt wird. „Das Engagement geht deutlich zurück, das ist eine sehr bedauerliche Tendenz“, sagt Reinhard Rust.

Info: Wer sich engagieren möchte, kann sich zum Beispiel bei den örtlichen Nabu-Gruppen (Naturschutzbund) melden. Die Telefonnummer der Nabu-Gruppe Kaufungen-Lohfelden ist: 0561/512802.

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