12 Prozent Steigung

A44-Baustelle: Steile Behelfsstraße setzt Fahrern auf B7 zu

Herausforderung für Autofahrer: Die neue Behelfsstraße von der B 7 auf die A 44-Trasse ist mit 12 Prozent sehr steil – für Autofahrer ist das eine Herausforderung. Fotos: Schindler

Helsa. Probleme haben derzeit einige Fahrer auf der B7 - und zwar in der Baustelle für die künftige A44: Bis zu 12 Prozent steil ist eine Behelfsstraße dort.

Die führt zwischen Helsa und Eschenstruth von der B7 hinauf auf die neue A44-Trasse am Hang des Stiftswalds.

Vor allem schwere Lastwagen quälen sich die steile Rampe hoch: Da heißt es runterschalten, der Motor heult auf, hinter dem Lkw bildet sich eine Schlange von Pkw. Im Zuckeltempo geht es den Berg hinauf. In Gegenrichtung fühlt sich so mancher von der steilen Abfahrt stark gefordert. Hier gilt Tempo 40, damit die Fahrzeuge unten nicht aus der Kurve fliegen.

Warnzeichen: Mehrere Verkehrsschilder weisen auf die starke Steigung hin.

Große Bedenken hat Pendler Edgar Wenzel, der täglich von Hessisch Lichtenau nach Kassel und zurück fährt. „Ich bin mir sicher, dass der Berg so nicht befahrbar ist“, meint Wenzel, und denkt dabei vor allem an schlechte Straßenbedingungen im Winter mit Schnee und Eis. Die steile Abfahrt sei gerade für Lkw „eine Herausforderung und Gefahrenquelle“. Er könne sich nicht vorstellen, dass Hessen Mobil die Straße im Winter befahrbar halten könne. Bei der Straßenbehörde Hessen Mobil hat man die Situation im Winter durchaus im Blick. „Im Rahmen des Winterdienstes wird der Umfahrung besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden“, teilte Behördensprecher Horst Sinemus auf Anfrage mit.

Die Trassierung der steilen Straße sei in Anlehnung an die Richtlinie für die Anlage von Landstraßen (RAL 2012) vorgenommen worden, so Sinemus.

Ursprünglich sei die Rampe flacher geplant gewesen. Doch während der Bauarbeiten habe man festgestellt, dass die geologische Beschaffenheit des Hangs am Stiftswald eine zusätzliche Sicherung nötig gemacht hätte.

Der hohe und steile Hang hätte dafür zehn Meter weiter abgetragen werden müssen. Zusammen mit umfangreichen Stabilisierungsmaßnahmen hätte dies laut Sinemus zwei Millionen Euro an Mehrkosten bedeutet - für eine Behelfsstraße, die im kommenden Jahr wieder verschwinden wird.

Das Provisorium wird benötigt, um die B 7 höher zu legen, damit die spätere A 44-Anschlussstelle Helsa-Ost erreicht werden kann. Zurzeit wird die Bundesstraße, die hier parallel zur Autobahntrasse verläuft, abgefräst. Später wird sie mit Material aufgefüllt und mit einer Asphaltschicht versehen. Ende Mai 2016 soll die Behelfsstraße zurückgebaut werden.

Um eine flachere Rampe zu erhalten, hätte man den Hang anschließend wieder auffüllen und stabilisieren müssen. Die Kosten dafür fallen bei der jetzigen Lösung nicht an, so Sinemus. Die Kosten für die Behelfsstraße belaufen sich auf 800.000 Euro.

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