Wahl zum Wehrführer in Helsa gescheitert

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Für alle Fälle gewappnet: Einsatzbereitschaft wird bei der Feuerwehr Helsa großgeschrieben. Hier üben zwei Feuerwehrleute Rettungstechniken unter Atemschutz.

Helsa. Eklat um die Wahl eines neuen Wehrführers für die Feuerwehr in Helsa: Die Feuerwehrleute hatten in der Jahreshauptversammlung Dr. Björn Steisel zum Wehrführer gewählt.

Der Gemeindevorstand hat die Wahl aber nicht akzeptiert. Begründung: Steisel wohne nicht in Helsa.

Nun soll Anfang März ein neuer Anlauf unternommen werden. Bis dahin bleibt der bisherige Wehrführer Reiner Kohlhaase kommissarisch im Amt. „Die Wahl war ungültig. Herr Steisel erfüllt die Voraussetzungen nicht, weil er nicht hier wohnt“, sagte Bürgermeister Tilo Küthe (SPD) auf Nachfrage der HNA. Er selbst habe als Wahlleiter bereits während der Jahreshauptversammlung am 6. Februar darauf hingewiesen, dass der Gemeindevorstand darüber entscheiden müsse. Das sehe das Gesetz so vor.

Björn Steisel

Steisel ist zwar Mitglied der Einsatzabteilung der Helsaer Feuerwehr, aber er wohnt in der Nachbargemeinde Hessisch Lichtenau. „Der Gemeindevorstand hat seinen Ermessensspielraum ausgeübt und gesagt: Das reicht nicht aus“, so der Bürgermeister. Weil Steisel auch nicht in Helsa arbeite, sei er weder am Tag noch in der Nacht in der Gemeinde anwesend. „Er kann von seinem Wohnort aus nicht innerhalb der gesetzlich festgelegten zehn Minuten am Einsatzort sein“, so Küthe weiter. „Ein Wehrführer, der nicht bei der Truppe ist, kann nicht führen.“

Die Ablehnung von Björn Steisel als Wehrführer habe ausschließlich formale Gründe, sagte Küthe der HNA.

Doch Dr. Steisel ist kein unbeschriebenes Blatt. Er hatte sich 2011 als Kreisbrandinspektor im Landkreis Kassel beworben und nach seiner Ablehnung versucht, sich vor dem Verwaltungsgericht auf den Posten zu klagen. Damit machte er sich bei den Feuerwehren im gesamten Landkreis keine Freunde. Björn Steisel war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Am 3. März soll nun wieder gewählt werden. Diesmal sehen die Chancen für eine erfolgreiche Wahl besser aus. Nach Informationen der HNA will sich eine dreiköpfige Spitze zur Wahl stellen, neben dem Wehrführer auch zwei Stellvertreter. Bisher gab es nur einen Stellvertreter. Hintergrund ist die zunehmende Bürokratisierung der Feuerwehrarbeit. Sie ist mit ein Grund dafür, dass es immer schwieriger wird, Kandidaten zu finden.

Die Gemeinde hat inzwischen reagiert. Laut Bürgermeister Küthe wurde eine halbe Stelle in der Verwaltung eingerichtet, um die ehrenamtliche Feuerwehrspitze bei ihren Dokumentationspflichten zu entlasten. Eine weitere halbe Stelle wurde im Bauhof für die Wartung der Feuerwehrgeräte geschaffen. Zusätzliches Personal gibt es dafür nicht, beide Arbeitsbereiche werden durch Umschichtungen in der Verwaltung geschaffen.

Von Holger Schindler

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