Weiter Wirbel um Wind-Konferenz in Helsa: Mediator will vermitteln

200 Meter hohe Windräder: Ähnlich wie hier im Lohfeldener Ortsteil Vollmarshausen werden auch die Windräder bei Helsa zu sehen sein. 14 Anlagen im Stiftswald und auf dem Rohrberg sind bereits genehmigt, neun weitere am Kreuzstein könnten hinzukommen. Archivfoto: privat / nh

Helsa. Der Streit über Sinn und Unsinn des nichtöffentlichen Gesprächs zu den umstrittenen Windkraftanlagen bei Helsa hält an.

Mediator Dr. Christoph Ewen hält eine weitere Moderation in dem Konflikt für sinnvoll. Auf HNA-Anfrage verwies der vom Land Hessen beauftragte Spezialist aus Darmstadt in diesem Zusammenhang auf den bevorstehenden Bau der 14 Rotoren im Stiftswald und auf dem Rohrberg. Möglicherweise werde schon im Februar mit den Rodungsarbeiten im Wald begonnen.

Auch wenn das Genehmigungsverfahren weit fortgeschritten sei, „ist es wichtig, dass der Gesprächsfaden nicht abreißt“, sagte Ewen.

Sein Ziel als Mediator sei es, dass der Bevölkerung ein „vernünftiges Bild“ der Projekte vermittelt wird. Im Zusammenhang mit dem Windkraftprojekt Kreuzstein der Stadtwerke Union Nordhessen (SUN) - diese plant neun Rotoren - sieht der Mediator die Chance, das Thema Pachtzinsverteilung noch einmal auf die Tagesordnung zu bringen.

Wie berichtet, werden Anrainerkommunen von Windparks in Rheinland-Pfalz am Pachtzins für Standorte im Staatsforst beteiligt. Dadurch soll die Akzeptanz der Anlagen erhöht werden. Entsprechende Forderungen wurden von Kommunalpolitikern, darunter der Fuldabrücker Bürgermeister Dieter Lengemann (SPD), bereits im vergangenen Jahr erhoben.

Nach HNA-Informationen laufen zurzeit zu diesem Thema noch immer Gespräche zwischen den beiden grünen Ministern Tarek Al-Wazir (Wirtschaft) und Priska Hinz (Umwelt).

Christoph Ewen

Mediator Ewen verteidigte gegenüber dieser Zeitung am Donnerstag erneut die Sitzung hinter verschlossenen Türen. Eine nichtöffentliche Veranstaltung ermögliche es, dass sich Gegner und Befürworter konstruktiv austauschen und sich nicht „ihre Grundsatzpositionen um die Ohren hauen“.

Unterdessen nimmt die Kritik an der Bürgerinitiative (BI) Lebenswertes Helsa zu. Die Windkraftgegner sollen den Gesprächstermin im Wissen um die vereinbarte Vertraulichkeit veröffentlicht haben. Auch Mediator Ewen betonte noch einmal, dass vereinbart gewesen sei, sich hinter verschlossenen Türen zu treffen.

Helsas Bürgermeister Tilo Küthe (SPD), der sich bei der Sitzung vertreten ließ, macht aus seinem Ärger über die BI keinen Hehl. Es sei „erschütternd“, dass diese sich „nicht an getroffene Absprachen hält“. Mit den Bürgern, die am Montag nicht an der Veranstaltung teilnehmen konnten, habe er Kontakt aufgenommen und ein Treffen vereinbart.

Werke-Sprecher Ingo Pijanka sprach von „Indiskretion und Vertrauensbruch“. Man sei zu weiteren Gesprächen mit den Bürgern bereit und wolle diese „offen und ehrlich“ informieren. Foto: privat / nh

Von Peter Ketteritzsch

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