Skurrile Situation

Wickenrode: Ein Dorf, verschiedene Ortsschilder

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Hier wurde nachgeholfen: Unbekannte haben die Beschriftung des Ortsausgangsschilds von Helsa-Wickenrode mit Filzstift ergänzt – um den Ortsteil, den man verlässt, zu markieren.

Helsa. Skurrilität in Wickenrode: Ortsfremde Autofahrer, die aus unterschiedlichen Richtungen in den Helsaer Ortsteil Wickenrode kommen, treffen auf Ortsschilder, die alle anders lauten.

An einem Schild haben Unbekannte selbst Hand angelegt: An der Ringenkuhler Straße wurde ein Schild per Hand korrigiert – aus „Helsa“ wurde „Helsa Wickenrode“ gemacht.

Das ist nicht erlaubt. Bürgermeister Tilo Küthe (SPD) kann sich die Tat aber zumindest erklären: „Wir haben drei verschiedene Ortsschilder und alle sind falsch“. Richtig sei seiner Ansicht nach nur, zuerst und großgeschrieben den Ortsteil zu nennen und darunter die Gemeinde.

Dass nicht nur die Beschriftung mancher Ortsschilder überholt ist, sondern auch deren Standort, habe sich vor Kurzem bei einer Verkehrsschau von Polizei, Straßenbaubehörde Hessen Mobil, Verkehrsbehörde des Landkreises und Gemeinde in Helsa gezeigt, berichtet Bürgermeister Tilo Küthe. Hierbei wurde festgestellt, dass das Schild laut Straßenverkehrsordnung (STVO) zu spät den Ortseingang markiert. Hintergrund ist laut Kreissprecher Harald Kühlborn, dass die Schilder das Tempo 50 vorgeben und das ab dem Punkt, wo die geschlossene Bebauung beginnt. Das Ortseingangsschild an der Ringenkuhler Straße wurde daraufhin mehrere hundert Meter umplatziert. 

Als es aber darum ging, die Beschriftung des Schildes passend zu den bestehenden Schildern an den übrigen Ortseingangs- und -ausgangsschildern zu wählen, stellte man fest, dass es verschiedene Bezeichnungen gibt.

Historische Gründe?

Wie kommt es dazu? Harald Kühlborn vermutet dahinter „historische Gründe“. Nachdem sich die Gemeinden Helsa und Wickenrode 1970 zusammenschlossen, wurde Wickenrode zu einem Ortsteil Helsas. „Vielleicht hängt die Bezeichnung der Schilder mit einem Identitätsproblem zusammen“, so Harald Kühlborn. Auch Bürgermeister Küthe vermutet hinter den unterschiedlichen Bezeichnungen Überbleibsel aus der Vergangenheit.

Man werde sich mit dem Thema in der Verkehrsbehörde befassen, sagt der Kreissprecher. Sicher ist: „Wir haben ein Interesse daran, dass die Ortsschilder einer Kommune einheitlich sind, weil das in der STVO vorgegeben ist.“ Anders, als zum Beispiel Schilder, die den Wechsel einer Geschwindigkeit markieren, habe die Beschriftung einer Ortstafel aber keine Priorität. Uneinheitliche Schilder würden im Zuge anderer Arbeiten mitausgetauscht, auch mit Blick auf Steuergelder. Aktuell stehen laut Harald Kühlborn aber keine dringenden Arbeiten an. 

Das Ortsschild: So ist es richtig

In Helsa-Wickenrode unterscheiden sich die Ortstafeln stark. Wie ist es richtig? Laut Kreissprecher Harald Kühlborn sollte bei einem Ortseingangsschild der Name der Gemeinde groß gedruckt sein. Darunter wird der jeweilige Ortsteil aufgeführt. Bei Schildern, die den Ortsausgang markieren, muss entweder die Gemeinde durchgestrichen sein, die man verlässt, oder der Ortsteil. Wenn es sich um einen Ortsteil handelt, reicht es, diesen durchzustreichen.

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