Aberkennung der Ehrenbürgerschaft von Adolf Hitler

Helsa in der Nazi-Zeit: Es gab auch Widerstand gegen Hitler

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Standhaft: Dem Pfarrer Johannes Angersbach wurde von den Nazis die Kirchentür verschlossen. Das Bild entstand im Jahr 1929.

Helsa. Die Gemeinde Helsa war in den 1920er- bis 1940er-Jahren zwar eine nationalsozialistische Hochburg, doch Helsa und die Ortsteile waren nicht durchgängig braun. Darauf weist der Vorsitzende des örtlichen Geschichtsvereins, Gerd Vogelsang, hin.

Hintergrund ist die geplante Aberkennung der Ehrenbürgerschaft von Adolf Hitler durch das Gemeindeparlament.

Es habe in Helsa und den heutigen Ortsteilen damals eine Vielzahl von Menschen gegeben, die sich mutig und ungeachtet ihrer eigenen Sicherheit dem Nationalsozialismus in den Weg stellten, so Vogelsang.

Kontaktverbot für Bürger

Als Beispiele nennt er den Pfarrer Johannes Angersbach, dem die Kirchentür verschlossen wurde, und den Lehrer Heinrich Hassel, der ebenso zwangsversetzt wurde wie der Wachtmeister Wilhelm Brösamle. Obwohl nicht ungefährlich, umgingen viele Bürger das verordnete Kontaktverbot mit beiden Personen. Auch in den Reihen der SPD und der KPD blieb man standhaft gegen die Nazi-Diktatur.

Weil sie sich dem NS-Staat nicht beugen wollten, gingen aus Eschenstruth Christian Ziegler, Justus Linge, Heinrich Schäfen, Paul Schell, Hugo Fleischer, Georg Linge und Ludwig Himmelmann ins Zuchthaus.

Erst in der vergangenen Woche konnte der Geschichtsverein das Schicksal von Christian Marställer aufklären: Er wurde im April 1943 in Berlin-Plötzensee hingerichtet. Nur mit viel Glück konnte Walter Jordan aus Helsa diesem Schicksal entgehen.

Fotos: Helsa in der Nazizeit

Nazi-Zeit in Helsa - Hitler war Ehrenbürger

Der Geschichtsverein will bis zum Jahresende eine Broschüre über die Zeit des Nationalsozialismus in Helsa herausgeben. In der Veröffentlichung werde auch der Mut derer, die die Machenschaften der NSDAP durchschaut hatten, Erwähnung finden, so Vogelsang.

Von Holger Schindler

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