SUN-Projekt mit acht Anlagen im Kaufunger Wald

Windpark Kreuzstein bei Helsa jetzt fertig: Strom für 20.800 Haushalte

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Giganten aus Stahl und Beton: Noch vor einem halben Jahr wurde im Kaufunger Wald bei Helsa-Wickenrode kräftig gebaut. Inzwischen sind die acht Windkraftanlagen fertig. Drei hängen schon am Stromnetz, fünf laufen noch für einige Tage im Probebetrieb.

Kreis Kassel. Ein Jahr nach Baubeginn ist der Windpark Kreuzstein im Forstgutsbezirk Kaufunger Wald bei Helsa-Wickenrode fertig.

„Seine acht Anlagen der Drei-Megawatt-Klasse laufen“, sagt Ingo Pijanka, Sprecher der Städtischen Werke, „drei bereits im Regelbetrieb, fünf noch im Probebetrieb“.

Der Windpark Kreuzstein hat eine Gesamtleistung von 24 Megawatt (MW) und produziert rund 63 Gigawattstunden (GWh) Strom pro Jahr, was in etwa für die Versorgung von 20.800 Haushalten ausreicht.

Der Windpark ist ein Gemeinschaftsprojekt der Stadtwerke Union Nordhessen (SUN), Konsortialführer sind die Stadtwerke Eschwege. Für die Projektentwicklung und Realisierung wurde eigens die eigenständige Windpark Kreuzstein GmbH gegründet. Geschäftsführer sind Martin Rohmund und Tobias Eigenbrod. Die Gesellschaft ist ein Schwesterunternehmen der SUN, an der die sechs nordhessischen Stadtwerke aus Bad Sooden-Allendorf, Eschwege, Homberg (Efze), Kassel, Witzenhausen und Wolfhagen beteiligt sind.

Wie auch bei allen anderen bereits in Betrieb gegangenen Windparkprojekten in der Region östlich von Kassel (Windpark Söhrewald/Niestetal mit sieben Anlagen, Windpark Stiftswald mit neun Anlagen, Windpark Rohrberg mit fünf Anlagen) soll eine wirtschaftliche Beteiligung von Kommunen und Bürgerenergie-Genossenschaften möglich sein. „Nicht nur der Strom soll von hier kommen, sondern auch der wirtschaftliche Gewinn hier in der Region bleiben“, sagt Pijanka. Zum anderen sicherten die Einnahmen auch weitere Investitionen für die Zukunft. „Denn die Energieversorger haben in Sachen nachhaltiger Energiegewinnung noch so manche Idee, die sie umsetzen möchten“.

Der Bau des Windparks Kreuzstein ging ohne große Verzögerungen vonstatten. Die technischen Daten der einzelnen Anlagen sprechen für sich: Jedes der Windräder misst bis rauf zur Rotornabe genau 149 Meter, der Rotor selbst hat noch einmal einen Durchmesser von 112 Metern.

Jeder Turm steht auf einem Stahlbetonfundament mit bis zu 105 Tonnen Gewicht, der Turm selbst ist eine Mischkonstruktion aus Betonfertigteilen und Stahlrohrsegmenten. Oben auf sitzt die Gondel mit Rotor, Rotornabe, dem Stromgenerator und dem Maschinenträger. Allein die Gondel mitsamt ihrer Installationen wiegt 271 Tonnen. Aufgebaut wurde all das mit einem Spezialkran, dessen Ausleger bis zu 170 Meter Höhe erreichen kann. Allein der Kran ist schon ein Bauwerk für sich: Er wurde in Einzelteilen auf 50 Schwertransportern zur Baustelle gebracht. Der Aufbau des Krans dauerte bei jeder der acht Anlagen am Kreuzstein jedes Mal fünf bis sechs Tage.

Um Platz für die Windräder zu schaffen, wurden im Kaufunger Wald acht Flächen zu je 7000 Quadratmetern (Größe eines Fußballfelds) von Bewuchs freigeräumt. Genutzt wurden vor allem alte Windwurfflächen. 3000 der 7000 Quadratmeter werden nun nach Fertigstellung des Windparks wieder aufgeforstet.

Als Ausgleichsmaßnahmen wurden bereits im Tal der Nieste alte Teiche für den Schwarzstorch reaktiviert, um das Nahrungsangebot des seltenen Vogels zu verbessern. Im Forstbezirk wird zudem ein Moor wiederhergestellt und im Großalmeroder Ortsteil Rommerode wird eine landwirtschaftlich genutzte Fläche aufgeforstet.

So entsteht der Windpark Kreuzstein im Kaufunger Wald

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