Erste Anlage der Städtischen Werke ist fast fertig

Windpark auf dem Rohrberg bei Helsa wächst rasant

Rasanter Baufortschritt: Unser Bild zeigt die weithin sichtbare Anlage 2 des aus dem Boden wachsenden Windparks, der im Waldgebiet in der Nähe der Hauptzufahrt des Industriegebiets Hirschberg entsteht. Fotos:  Wohlgehagen

Helsa / Hessisch Lichtenau. Die erste Anlage der Städtischen Werke auf dem Rohrberg bei Helsa ist fast fertig

Der Countdown für den Windpark auf dem Rohrberg bei Helsa / Hessisch Lichtenau läuft: Schon zum Jahreswechsel sollen sich die Flügel an allen fünf je 204 Meter hohen Windkraftanlagen der 3-Megawatt-Klasse drehen und Strom erzeugen.

Die Städtischen Werke Kassel investieren insgesamt rund 30 Millionen Euro in das zweite Großprojekt dieser Art, das sie nach dem Windpark Söhrewald / Niestetal umsetzen. Der auf dem 536 m hohen Rohrberg erzeugte Strom wird ab 2016 über ein 20 km langes Erdkabel nach Kassel transportiert und in das dortige Netz eingespeist: 15 000 Haushalte können mit der umweltfreundlichen Energie versorgt werden. Roland Schoof (32), Projektleiter der Städtischen Werke, ist mit dem bisherigen Baufortschritt zufrieden, denn die Türme aus Beton und Stahl sind gerade in den vergangenen Wochen rasant gewachsen. Am weitesten sichtbar ist die „Anlage 2“, auf der in einer Naben-Höhe von 149 Metern schon der Ringgenerator angebracht wurde. Er ist in der für den deutschen Hersteller Enercon (Aurich) typischen Gondelform konstruiert. Sehr bald schon, so Roland Schoof, sollen an dieser Anlage noch die 55 m langen Rotorblätter mit dem bereitstehenden Maxi-Kran nach oben gehievt werden. Schoof zeigt auf die seitlichen Zacken an den drei bereitstehenden Windflügeln. Damit könne der Geräuschpegel deutlich gesenkt werden, so der Projektleiter. Auf der von Hessen-Forst für den Windpark gepachteten Gesamtfläche von etwa 2 Hektar herrscht eine lautlose Betriebsamkeit: Eigentlich hört man nur das Kreischen von Raubvögeln in den Lüften über dem Montagebereich oder die Motorsägen eines Waldarbeiter-Teams, das in der Nähe seiner Arbeit nachgeht.

An den anderen vier Anlagen sind die 100 m hohen Basiskonstruktionen schon errichtet. Die Stahlrohraufsätze und Maschinenbauteile liegen für die Hubvorgänge bereit. Entlang eines Verbindungsweges sind weitere Rotorblätter abgestellt. Zusätzliche Schwertransporte seien vom Werk angekündigt, sagt der Projektleiter.

Der Windpark am Rohrberg in der Nachbarschaft zum Industriegebiet Hirschberg entsteht auf Flächen des Kaufunger Walds, die vor acht Jahren dem Orkan Kyrill zum Opfer fielen. Die Windwurfflächen wurden weitgehend aufgeforstet, nun kommt durch die Windenergie eine weitere Nutzung hinzu.

Die Städtischen Werke informieren darüber, dass der Windpark nach der Inbetriebnahme „ein Eigentum der Bürger“ werden soll: Die örtlichen Energiegenossenschaften, die umliegenden Städte und Gemeinden könnten sich bis zu 74,9 Prozent an der Betreibergesellschaft beteiligen und somit von den Erträgen des Windparks profitieren. Mit mindestens 25,1 Prozent wollen die Werke jedoch in der Verantwortung bleiben. Im Stiftswald laufen die Planungen für einen weiteren Windpark der Städtischen Werke mit acht Anlagen. Nach Angaben des Unternehmens soll der Baustart im Herbst erfolgen.

Lesen Sie dazu auch:

- Windpark Rohrberg: Erster Betonturm entsteht bereits

- Am Rohrberg bei Helsa: Startschuss für weiteren Windpark

Aufbau von Windkraftanlagen auf dem Rohrberg bei Helsa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.