Konzept zur Betreuung der unter Dreijährigen steht – 90 000 Euro Personalkosten

Helsa schafft die Quote

Gemütlich im Körbchen: Andrea Fricke umsorgt die Zwei- und Dreijährigen im Helsaer Kindergarten Lossespatzen. Mit auf dem Bild sind Lina (von links), Lucie, Anne, Dilara und Magdalena. Foto: Wohlgehagen

Helsa. Die Neuausrichtung der Familienpolitik wirft ihren Schatten voraus: Wie in jeder anderen Gemeinde müssen auch in Helsa bis Juli 2013 Kinderbetreuungsplätze für die unter dreijährigen Kinder eingerichtet sein, um dem gesetzlichen Anspruch zu genügen. Bürgermeister Tilo Küthe (SPD) stellte jetzt Einzelheiten aus dem hierfür mit der Awo als Träger der Kindertagesstätten entwickelten Konzept vor.

„Wir werden im Kindergarten Lossespatzen in Helsa eine Krippengruppe mit zehn Plätzen für die Kleinsten aus allen Ortsteilen einrichten“, sagte der Verwaltungschef, im Gebäude und im Außenbereich seien dafür Umbauten erforderlich. Die Baumaßnahme werde vom Land finanziell gefördert. Mit den zusätzlichen Personal- und Betriebskosten müsse die Gemeinde allein fertig werden, sagte Küthe weiter.

25 Kinder unter drei Jahren

Schon jetzt gehören den Gruppen der Kindertagesstätten von Helsa, Wickenrode und Eschenstruth 25 Kinder unter drei Jahren an. Der zukünftige Bedarf liegt nach einer Vorausberechnung bei 70 Plätzen. Einschließlich der neuen Gruppe erfülle Helsa damit die zwischen dem Bund und den Ländern vereinbarte Mindestquote von 35 Prozent, sagte der Bürgermeister.

Das Konzept sieht vor, dass bei den Lossespatzen neben dem Eingang ein großer Raum für die neue Einjährigen-Gruppe umgebaut wird.

„Die Kinder brauchen viel Freiraum, um sich zu bewegen und Sprache entwickeln zu können“, sagte die Leiterin des Kindergartens, Andrea Fricke. Hinzu kommen Maßnahmen im Außenbereich wie ein von den anderen Gruppen abgetrennter Spielplatz und neue Einstellplätze für Kinderwagen. Der Waschraum und die Toilettenkabinen sind bereits unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der Kleinsten erneuert worden. „Das ist eine spannende Herausforderung für uns“, sagt Andrea Fricke über die künftigen Aufgaben.

Auch Bürgermeister Küthe begrüßt die Neuausrichtung der Familienpolitik. Es sei richtig, dass beide Elternteile Beruf und Freizeit durch mehr und flexiblere Angebote in der Kinderbetreuung vereinbaren können. Die Finanzierung der Maßnahmen stellt die Gemeinde jedoch vor neue Probleme.

Zwar sollen die Investitionen vom Land mit 4000 Euro je Platz gefördert werden, aber die Kosten für zwei weitere Fachkräfte und den laufenden Betrieb von 90 000 Euro im Jahr muss die Gemeinde alleine stemmen.Das Geld muss an anderer Stelle eingespart werden.“

Es wäre sinnvoller gewesen, wenn das Land die Mehrkosten tragen würde, meinte Küthe. (ppw)

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