Helsaer Mittelmühle braucht neues Rad

Wollen die Mühle fit für die Zukunft machen: Ingo Schmidt (von links), Christa Probst, Peter Haehnel und Winfried Rode zeigen, wie das neue Rad der Mittelmühle in Helsa aussehen soll. Foto: Kothe

Helsa. „Das war ein großes Projekt damals“, erinnert sich Winfried Rode aus Helsa. Eine Initiative engagierter Bürger machte es 1988 möglich, dass in Helsa wieder eine Mühle am Wedemannbach klappert.

Heute ist das Mühlrad an der Mittelmühle nicht mehr aus dem Dorfbild wegzudenken, und jährlich pilgern Mühlradbegeisterte am Pfingstmontag zum Deutschen Mühlentag hierher.

70 Millionen Umdrehungen hat das Rad seither hinter sich gebracht, der Zahn der Zeit nagt an ihm. „Das ist ein großes Problem, die Schaufeln des Rades müssen dringend erneuert werden, 9000 Euro wird uns das kosten“, sagt Ingo Schmidt, Vorsitzender des 50-köpfigen Vereins.

Viel Geld für den gemeinnützigen Verein, der ein Vorreiter bei der Nutzung alternativer Energien in der Region war.

Erstmals erwähnt wurde die Mittelmühle 1656. Sie war eine von drei Mühlen im Dorf. Bis 1937 drehte sich hier ein Mühlrad zur Kraftgewinnung, später sorgten ein Dieselaggregat und eine Turbine statt des hölzernen Rades für die Energiegewinnung, bis 1958 der Betrieb eingestellt wurde.

„Vor 23 Jahren fanden sich engagierte Helsaer Bürger im Arbeitskreis Historisches Mühlrad e.V. zusammen, der das Wasserrad nach altem Vorbild wieder errichten wollte“, berichtet Rode. Nebenbei wollte man mit dem Mühlrad auch Wasser zum neuen Merten-Jäger-Brunnen befördern.

Um das Mühlrad für die Energieerzeugung nutzen zu können, befindet sich seit 1990 ein Generator im Innern der Mühle. Jährlich werden 20.000 Kilowattstunden erzeugt und in das Stromnetz eingespeist, dies entspricht dem Verbrauch von acht Haushalten.

Schaufeln aus Edelstahl

Nun will der Verein das alte Mühlrad durch ein neues ersetzen. „Die neuen Schaufeln werden aus Edelstahl gefertigt. Das erhöht die Lebensdauer nachhaltig, und äußerlich wird das kaum zu sehen sein“, sagt Schmidt. Das Metall werde schnell Patina ansetzen und dann farblich mit der bestehenden Holzkonstruktion harmonieren.

Um die Umbaukosten aufbringen zu können, will der Verein Geld sammeln. Die Erlöse vom Mühlentag am Pfingstmontag sind fest eingeplant. Am Pfingstmontag, 13. Juni, wird es von 11 bis 17 Uhr Führungen durch die Mühle geben. Im Besucher- und Ausstellungsraum sind Informationen rund um das Projekt Mühlrad verfügbar, der Generator kann besichtigt werden.

Um 14 Uhr führt Winfried Rode durchs Dorf, von 15 bis 17 Uhr ist erstmals der Kirchturm geöffnet. Neben einer prachtvollen Aussicht auf das Dorf ist hier auch die Merten-Jäger-Glocke zu sehen. Rund um den Merten-Jäger-Brunnen, der sich neben der Mühle befindet, lädt die Dorfgemeinschaft zu Köstlichkeiten aus der Region ein.

Am Mühlentag, 13. Juni, hat auch die historische Mostmühle im Nachbarort Eschenstruth (gegenüber dem Bahnhof) ab 11 Uhr geöffnet. Hier klappert zwar kein Mühlrad mehr, aber dafür ist das komplette Innenleben einer Mühle original erhalten. Mit der Lossetalbahn (Linie 4) sind beide Mühlen bequem verbunden. Infos: www.muehle-helsa.de

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