Henschel - Eine Liebe, die ewig hält

Wabern/Espenau. „Henschelgeräusche sind ein Traum, man glaubt es kaum“, so lautet der Wahlspruch von Uwe Schäfer aus Espenau.

Der 52-Jährige, der früher selbst im Kasseler Henschelwerk gearbeitet hat und einen Möbelwagen aus der weltbekannten Lkw-Schmiede besitzt, organisierte jetzt bereits zum dritten Mal das Henschel-Oldtimertreffen in Falkenberg bei Wabern.

Der Henschelverrückte, wie sich gern selbst bezeichnet, präsentierte am Wochenende, gemeinsam mit rund 40 Gleichgesinnten aus ganz Deutschland, historische Fahr-zeuge am früheren Wohnsitz der Industriellenfamilie Henschel in Falkenberg.

Einer, der eine lange Anreise hatte, war Bernd Gräß aus Ottweiler im Saarland. 320 Kilometer musste er mit seinem 240 PS starken F 191 zurücklegen, um zum Treffen der Henschel-Fans zu kommen. Doch das habe sich gelohnt, bestätigt er. Bereits 1962 habe sein Vater seinen ersten Henschelkipper gekauft, drei weitere Alleskönner aus Kasseler Produktion folgten. „Die Lastwagen waren stets zuverlässig und im Gelände unschlagbar, bestätigt der 43-Jährige Saarländer, der sogar eine Henschel-Tätowierung trägt.

Dass die Leidenschaft für historische Nutzfahrzeuge keine reine Männersache ist, bestätigt Claudia Pitthan aus dem Siegerland. Die 41-Jährige hat eine Sattelzugmaschine von 1961. „Die Begeisterung für Henschel kommt aus der Familiengeschichte“, erklärt die junge Frau. Ihr Vater habe früher bei Henschel gearbeitet und sie durfte gelegentlich mitfahren, sagt sie. Inzwischen besitzt sie den Lkw-Führerschein und genießt die Kraft und Größe des strahlend blauen Oldtimers, zu der sie eine Liebe hegt, die ewig hält.

Bilder von den Oldtimern

Henschel-Oldtimertreffen in Falkenberg

So wie die herausgeputzten Fahrzeuge der Spedition Schmelz, war auch der Allradkipper von Winfried Arend aus Lohfelden ein Blickfang. Sein 1968 gefertigtes Fahrzeug strahlte, als sei es gerade vom Band gelaufen. Doch der Tacho zeigt einen Kilometerstand von mehr als 379 000. „Nicht viel für einen Henschel“, meint der Sammler. Gemeinsam mit einem Freund habe er rund neun Monate für die Restaurierung dieses Prachtstückes benötigt. Den dubiosen Niedergang der Kasseler Weltfirma bedauert er noch heute.

Von Werner Brandau

Rubriklistenbild: © Fotos: Brandau

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