Sportanlage in Heiligenrode wird nicht nach verstorbenem Ex-Bürgermeister benannt

Herbst-Stadion vom Tisch

Wichtiges Projekt: In die Amtszeit des 2004 verstorbenen Ex-Bürgermeisters Rainer Herbst (kleines Foto) fiel auch der Bau des Stadions in Heiligenrode. Nach ihm benannt wird es aber nicht. Die Anlage soll stattdessen „Stadion am Park“ heißen. Auf unserem Foto zeigt Sebastian Schneider vom Bauhof den Platz mit dem sanierten und erweiterten Funktionsgebäude. Fotos: Wohlgehagen/Lantelme (Archiv)

Niestetal. Es war eines der großen Projekte, die in seiner Amtszeit als Bürgermeister entstanden: Das Stadion in Heiligenrode ist eng mit dem Namen Rainer Herbst verbunden, der als Bürgermeister die Geschicke der Gemeinde Niestetal von 1982 bis 1990 führte.

Der Gemeindevorstand wollte diese Verbindung nun auch offiziell machen und schlug vor, die Sportstätte nach dem Sozialdemokraten zu benennen, der nach seiner Zeit in Niestetal zwölf Jahre Vize-Landrat des Landkreises Kassel war. Herbst starb im März 2004 im Alter von 58 Jahren.

Doch aus der posthumen Ehrung Herbsts wird nichts. In ihrer jüngsten Sitzung lehnte die Gemeindevertretung bei nur einer Enthaltung und ohne Diskussion die Initiative des amtierenden Bürgermeisters Andreas Siebert (SPD) und seiner Gemeindevorstandskollegen ab.

Stattdessen entschieden sich die Abgeordneten für den Vorschlag des TSV Heiligenrode. Dessen Vorstand hatte angeregt, den Platz „Stadion am Park“ zu nennen. Bis dato gibt es nämlich die unterschiedlichsten Bezeichnungen für die Sportanlage, die insbesondere bei Leichtathleten als gute Adresse gilt. Von „Stadion Heiligenrode“ ist häufig die Rede und vom „Stadion an der Karl-Marx-Straße“.

Es sei dem Gemeindevorstand darum gegangen, eine Alternative vorzulegen, sagte Verwaltungssprecherin Heike Pflüger auf HNA-Anfrage. Die Entscheidung für die Bezeichnung „Stadion am Park“ sei keine Niederlage für Bürgermeister Siebert.

Derzeit gebe es keine Überlegungen, an anderer Stelle an den früheren Rathauschef Herbst zu erinnern, sagte Pflüger.

Beim Landkreis Kassel bedauert man, dass es nicht zu der Benennung kommt. „Wir hätten das sehr begrüßt“, sagte Sprecherin Ute Jäger gestern gegenüber der HNA, „schade, dass daraus nichts wird.“

Der frühere Vize-Landrat Herbst, der bis zuletzt in Niestetal lebte, sei eine wichtige Persönlichkeit mit großem Sachverstand gewesen. Zu seinen Zuständigkeiten als Erster Beigeordneter habe auch der Sport gehört. KOMMENTAR

Von Peter Ketteritzsch

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