Vellmarer Ahnepark feiert 25-jähriges Bestehen – Landschaftsgarten mit hohem Freizeitwert

Herzstück als Gesamtkunstwerk

Verschlungene Pfade: Das Element Wasser war bei der Planung des Ahneparks ein zentrales Gestaltungsmoment. Um vier Teiche gruppieren sich Bäume und Pflanzen und die teils verschlungenen Wege, die mit Brücken miteinander verbunden sind. Foto: Germandi

Vellmar. Er ist d a s Naherholungsgebiet für die Vellmarer und viele Gäste: Der Ahnepark mit seinen verschlungenen Wegen und seinen idyllisch gelegenen Teichen feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Im Juni 1986 wurde der auf Weideland angelegte Park eröffnet. Der Garten- und Landschaftsarchitekt Hans-Friedrich Werner als maßgeblicher Planer erinnert sich: „Unser Auftrag war es, keine architektonische Selbstdarstellung zu schaffen, sondern eine Freizeitanlage für die Bevölkerung zu bauen.“

Daher entstand auf 11,5 Hektar Fläche - das entspricht der Größe von etwa 16 Fußballfeldern - innerhalb von drei Jahren ein Park, der nicht allein als Landschaftsgarten angelegt wurde, sondern im Sinne der Vellmarer Stadtväter auch einen Kinderspielplatz, ein Basketballfeld, Platz für eine Bühne und eine große Wiese für Veranstaltungen erhielt. Dazu kam als Treffpunkt das Ahneparkcafé, das aus einem Pavillon der Bundesgartenschau 1981 in Kassel entstand. Später wurde noch die Rundschleife Ahneparkbahn angelegt.

Der Auftrag der Stadt war, keine architektonische Selbstdarstellung zu schaffen, sondern eine Anlage für die Bevölkerung zu bauen.“

Landschaftsarchitekt Hans-Friedrich Werner

Bis ins Jahr 1978 gingen die Planungen laut Werner zurück. Erst war die Rede von einer reinen Freizeitanlage, später gewann das landschaftsgestalterische Element die Oberhand. Am Ende wurden 5,2 Millionen Mark (ca. 2,6 Millionen Euro) - ohne das Café - in die Landschaftsgestaltung investiert.

Zentrales Element sind die vier Teiche, die von der Ahne gespeist werden. Um sie gruppieren sich die Bäume, Gewächse und Blumen. 25 000 Narzissen, 20 000 Anemonen, 10 000 Tulpen und 15 000 Krokusse blühen in ganz Vellmar. 630 000 Euro ließ sich die Stadt Vellmar 2010 die Pflege ihrer Grünanlagen kosten - ein großer Anteil davon kam dem Ahnepark zugute.

Dass die Anlage zum Gesamtkunstwerk wurde, verdankt sie auch den sieben Bildhauer-Symposien seit 1987, zu denen von der Stadt Künstler aus ganz Europa eingeladen wurden. 20 Skulpturen, die damals „live“ vor Publikum im Ahnepark geschaffen wurden, stellte die Stadt Schritt für Schritt im Park auf. Auch sie geben der Anlage ihr unverwechselbares Gesicht.

Kein Wunder, dass das Herzstück Ahnepark, zentral zwischen den Stadtteilen gelegen, erste Wahl ist, wenn es in Vellmar darum geht, einen besonderen Veranstaltungsort zu finden. Spektakulär ins rechte Licht gesetzt wurde der Ahnepark im vorigen Jahr bei der Premiere der Aktion „Licht & Kunst“.

Mit 250 Strahlern und Lichterketten wurden Lichtinseln ausgeleuchtet, die die Anlage in ein geheimnisvolles Licht tauchten. In blassem Weiß schimmerten die Teiche, rötlich die Bäume, gelb-blau die liegende Eva - der Ahnepark als Vellmarer Gesamtkunstwerk.

Von Stefan Wewetzer

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