Herztag in Vellmar: Jeder kann ein Retter sein

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Übung trainiert für den Ernstfall: Marianne Schumacher (von links) und Katja Platz beobachten gespannt, wie Thorsten Lenz vom DRK-Rettungsdienst Vellmar (rechts) und Klaus-Peter Riemann die Technik der Herzdruckmassage zeigen.

Vellmar. Die Vellmarer haben ein Herz für das Organ, was uns alle am Leben hält: Schätzungsweise rund 1000 Besucher kamen am Wochenende in die Gesamtschule Ahnatal, um sich beim Herztag zu informieren, Gesundheits-checks zu machen und nebenbei das Unterhaltungsprogramm zu genießen.

Im Mittelpunkt aber stand die Botschaft: Jeder kann bei einem durch Herzprobleme bedingten Unglücksfall ein Retter sein. Zahlreiche Besucher ließen sich durch praktische Übungen in die Bedienung der mobilen, lebensrettenden Herzdefibrillatoren einweisen. Von den hat die Stadt Vellmar schon 15 stationiert. Doch das Ziel ist eine flächendeckende Versorgung mit den Geräten, die im Ernstfall in Verbindung mit einer Herzdruckmassage in den ersten Minuten nach Herzflimmern und Herzstillstand die Wiederbelebung einleiten, bis der Rettungsdienst kommt.

„Das ist hier sehr gut organisiert. Man bekommt umfassende Informationen, sagte Annemarie Schneider. Die Vellmarerin ließ sich am Stand der Internistischen Praxisgemeinschaft Vellmar Blut abnehmen, um ihre Blutzuckerwerte testen zu lassen. Die seien für ein gesundes Herz wichtig, sagte Schneider. Ihr Mann Karl-Heinz lobt die Aktion der Stadt Vellmar. In Böblingen, wo sein Sohn lebe, gebe es schon an allen wichtigen Orten Defibrillatoren. Waltraud Riemann schaute zu, wie ihr Mann unter Anleitung Elektroden anlegte und die Herzdruckmassage an einer Puppe übte. Gut vorbereitet zu sein, sei wichtig, meinte sie: „Wenn da wirklich einer liegt, bleibt man ja nicht so ruhig.“ Thorsten Lenz vom Vellmarer Rettungsdienst versuchte, den Besuchern die Scheu zu nehmen. „Das Gerät ist faszinierend einfach. Die Herzdruckmassage müssen sie aus dem Rücken heraus machen, sonst halten Sie nicht lange durch.“

Bilder vom Herztag

1000 Besucher beim Herztag in Vellmar

Das Defibrillatoren-Projekt kommt voran: Bürgermeister Dirk Stochla überreichte der Gesamtschule, die einen Teil des musikalischen Rahmenprogramms bestritt und für Bewirtung sorgte, einen Defibrillator. Demnächst sollen Schüler und Lehrer daran ausgebildet werden. Die Kasseler Sparkasse spendete der Stadt einen weiteren. Zehn Sponsoren hätten sich bereit erklärt, Defibrillatoren zu leasen und bei sich aufzuhängen. Andere hätten ihre finanzielle Unterstützung zugesagt, berichtete Wolfhard Eidenmüller von der Projektgruppe.

Von Peter Dilling

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