Hessen Mobil: Umbau von A49-Anschluss ab 2016 möglich

Aus der Luft: So sieht der Verkehrsknoten Baunatal-Mitte der A 49 aus der Vogelperspektive aus. Oben rechts sind die Hallen des OTC von VW zu sehen, am unteren Bildrand die Häuser des Stadtteils Kirchbauna. Archivfoto: Prall

Baunatal. Seit Jahren wird über den Ausbau des zunehmend belasteten Autobahanschlusses Baunatal-Mitte der A 49 bei Ministerien und Behörden diskutiert. Passiert ist bislang wenig. Nur langsam gewinnt die Angelegenheit an Fahrt. Die Landesbehörde Hessen Mobil, die für den Bund plant, will in der zweiten Jahreshälfte die Planfeststellungsunterlagen beim Regierungspräsidium einreichen. Bis zum Baubeginn dauere es bei solchen Vorhaben in der Regel zwei Jahre, nennt Hessen-Mobil-Sprecher Horst Sinemus nach längerer Zeit erstmalig wieder einen Zeitkorridor.

Geplant ist der Neubau der Anschlussstelle am VW-Werk mit vier Bereichen für Auf- und Abfahrten, so genannten vier Ohren. Das soll die reibungslose Zufahrt in Richtung VW-Werk und Original-Teile-Center (OTC) ermöglichen, ohne dass es an Linksabbiegern Rückstaus gibt. Allein 700 Lastwagen steuern nach Einschätzung von Baunatals Bürgermeister Manfred Schaub (SPD) derzeit die Stationen des Autobauers und der benachbarten Betriebe an.

Die gesamte Anschlussstelle Baunatal-Mitte wandert mit dem Umbau etwa 150 Meter in Richtung Kassel. Neu gebaut wird damit die Brücke aus Richtung Wolfsburger Straße über die Autobahn. Die Kirchbaunaer erhoffen sich von der Verlegung des Knotens ein Stück weniger Lärm im Ort.

Haus wird abgerissen

Dass es vorwärts geht bei der Planung, zeigt auch die Tatsache, dass Hessen Mobil bereits ein Grundstück samt Haus am Harzweg angekauft hat. Das Haus werde demnächst abgerissen, sagt Sprecher Horst Sinemus. In diesem Bereich stünden weitere Untersuchungen des Bodens an. Außerdem wollten die Versorgungsunternehmen für das Verlegen neuer Leitungen planen.

Zusätzlich wurde das Projekt kürzlich auch in die Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans ab 2015 aufgenommen. Das hatte kürzlich Landtagsabgeordneter Timon Gremmels (SPD) berichtet. Bürgermeister Manfred Schaub wertet all diese Punkte zusammengenommen als „gute Zeichen“. Die Straßen dort stünden unter größter Belastung, sagt er. „Alle sind sich einig, dass dringend saniert werden muss.“

Das benachbarte VW-Werk wächst weiter. Der zweitgrößte VW-Standort ist inzwischen bei einer Beschäftigtenzahl von 16 100 angelangt. Mit den steigenden Produktionszahlen beispielsweise im Getriebebau steigt auch der Materialtransport rund um Werk und OTC an. Alle drei Zufahrten für Lkw führen über die Anschlussstelle Baunatal-Mitte.

Von Sven Kühling

HINTERGRUND

Befassen mit dem Umbau Baunatal-Mitte will sich auch der neue CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Viesehon (Volkmarsen). Zumal dieser jetzt Mitglied im Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur geworden ist und damit in Berlin an einer der Schaltstellen für Verkehrsprojekte auf Bundesebene sitzt.

Unter einer großen Koalition gebe es gute Chancen für Straßenbauprojekte und Verbesserungen der Infrastruktur, betont der Abgeordnete im Gespräch mit der HNA. Er werde sich detailliert in das Vorhaben bei Baunatal einarbeiten. „Das liegt mir am Herzen.“ Gesprächstermine mit Hessen Mobil und Baunatals Bürgermeister stünden demnächst an.

Grundsätzlich will sich Viesehon für die beiden großen Autobahnvorhaben in der Region stark machen: „Weiterbau der A 44 und der A 49.“ (sok)

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