Vellmars Bürgermeister zu Hessentags-Aus: "Augen zu und durch, das geht nicht"

Vellmar. Kleines Erdbeben in Vellmar: Die junge Stadt mit Tradition, wie sich sich gern selbst nennt, will den Hessentag für 2013 zurückgeben. Einen entsprechenden Antrag hat Bürgermeister Dirk Stochla zur Sitzung der Stadtverordneten am 29. August eingereicht.

Zuvor wird der Antrag am kommenden Dienstag im Haupt- und Finanzausschuss beraten. In einem Brief, der am Dienstag herausging, teilt der Bürgermeister den Stadtverordneten die Entscheidung mit.

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Für den Verwaltungschef eine emotionale Angelegenheit: „Das ist auch für mich ein schwerer Gang“, sagte Stochla Dienstagabend gegenüber der HNA. Wochenlang habe er über den Rückzug gegrübelt.

Bürgermeister Dirk Stochla

Zwei Gründe waren es, die den Bürgermeister zu diesem Entschluss kommen ließen. Erstens: Die verschlechterte finanzielle Situation nach der Bewerbung von 2008, die Vellmar auch in diesem Jahr ein Loch im Haushalt von 2,7 Millionen Euro bescherte - ohne Aussicht auf entscheidende Besserung. Dazu die bittere Erfahrung, dass nach der neuen doppischen Haushaltsführung Stadtallendorf den Hessentag 2010 mit einem Minus von 5,9 Millionen Euro abgerechnet habe.

Hatten die Stadtverordneten im Dezember 2008 nur gegen die drei Stimmen der Grünen mit großer Mehrheit für den Hessentag votiert, bröckelte diese Basis bald. Rufe der CDU nach einem kleinen, abgespeckten Hessentag wurden laut, Angst vor dem Defizit machte sich Luft.

„Massive politische Gegnerschaft und möglicherweise heftige, kontroverse Diskussionen in der Öffentlichkeit“ seien keine gute Basis für die Ausrichtung eines Hessentages, musste Stochla einsehen. „Ich will nicht, dass der soziale Frieden bei uns Schaden nimmt. Augen zu und durch, das geht nicht.“

Während die CDU noch keine Stellungnahme abgeben wollte, kamen von den Grünen klare Worte: „Die Vorbereitungszeit war zu knapp, die Besetzung für den Hessentag im Rathaus zu schwach“, kritisierte Fraktionschef Siegfried Kopperschmidt.

Rubriklistenbild: © dpa

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