Heute Entscheidung, ob Gebäude Schulstraße 1 saniert wird

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Bei den Hausaufgaben: Werden noch in den Räumen des Hortes in der Grundschule betreut, von links Alina (7), Sammy (8), Flora (7), David (8), Miró (8), Linda (7) und Marlin (6) mit ihrer Betreuerin Mandy Scholz.

Fuldatal. Als wäre die Situation nicht schon schlimm genug. Mit Millionendefizit bereits finanziell am Boden, muss die Gemeinde Fuldatal immer wieder Rückschläge hinnehmen. Zuletzt konterkarierten die Schadstoffsanierungen der Kindergärten mit jeweils sechsstelligen Beträgen die Sparbemühungen. Jetzt gibt es mit dem Haus Schulstraße 1 den nächsten Problemfall.

Am Mittwoch muss die Gemeindevertretung darüber entscheiden, ob sie in das Haus 843.000 Euro steckt, um es für die Betreuung von Schulkindern tauglich zu machen. Denn das Haus ist mit Asbest kontaminiert, mit Schwermetallen belastet und durch Feuchtigkeit im Keller mit Schimmel befallen.

Im Herbst 2009 hatte die Kommune das Haus von der evangelischen Kirchengemeinde für 140.000 Euro gekauft. Bis dahin waren Räume im Erdgeschoss für den Hort angemietet worden, den die Kinder- und Jugendhilfe Calden in Kooperation mit der Kommune betreibt. Nach dem Kauf sollte die Betreuung der Grundschulkinder erweitert werden. Dazu sollte der Hort in die beiden Obergeschosse ziehen. Die Kirche wollte die Räume im Erdgeschoss nutzen. Der Mietpreis sollte mit knapp 90.000 Euro von der Kaufsumme verrechnet werden.

So weit kam es nicht. Bei Sanierungsarbeiten im Sommer 2010 wurden die Schadstoffe festgestellt, das Haus geschlossen. Zuvor war für 55.000 Euro eine Treppe als zusätzlicher Fluchtweg an die rückwärtige Außenfassade montiert worden.

Seitdem werden die Hortkinder in zwei Räumen der Ludwig-Emil-Grimm-Schule betreut. „Wir sind dankbar, dass die Schule uns diese zur Verfügung gestellt hat“, sagt Gabriele Götte von der Kinder- und Jugendhilfe. Auch wenn improvisiert werden müsse, die Räume nur notdürftig ausgestattet werden konnten. Denn das Hortinventar sei noch komplett im schadstoffbelasteten Haus gegenüber der Schule.

Vor den Sommerferien muss der Hort, der aktuell 30 Kinder betreut, die Räume in der Schule räumen. Vielleicht könne man in den ersten drei Ferienwochen noch die Räume der Schulbetreuung nutzen. Dies sei aber unklar, wie auch die weitere Zukunft des Hortes. „Wir hängen in der Luft und warten die Entscheidung der Gemeindevertretung ab“, sagt Götte. Dann müsse es aber zügig gehen. „Uns wurde definitiv zugesichert, dass der Hort bestehen bleibt.“

Der Gemeindevorstand schlägt dem Parlament vor, das Haus Schulstraße 1 für 450.000 Euro zu dekontaminieren und für 393.000 Euro wieder herzustellen und energetisch zu sanieren. Zwischenzeitlich bis zum Jahr 2013 soll der Hort in Container ziehen, die die Gemeinde anmieten und im nordwestlichen Bereich am Sportplatz Auf der Treber/Niedervellmarsche Straße aufstellen will.

Als Alternative zu den Containern wurde auch die Anmietung von Gewerberäumen in Ihringshausen geprüft, aber aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten verworfen.

Kostenrechnungen wurden auch für Alternatvszenarien einer Hortbetreuung erstellt. So bot ein Bauunternehmer der Gemeinde an, das Haus Schulstraße 1 zu übernehmen und zu sanieren, wenn die Gemeinde Kosten von 350.000 Euro übernehme. Einen Zweckbau an anderem Ort zu errichten, wurde ebenfalls durchgerechnet und aus Kostengründen verworfen. (mic)

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