Bei Brand zerstörtes Merten-Jäger-Haus in Helsa: Bauarbeiter rücken an, Polizei sucht nach Spuren

Heute wird Gebäude gesichert

Berliner Straße halbseitig gesperrt: Autos müssen an einer Ampel warten und einen großen Bogen um das Haus fahren. Fotos: Schindler

Helsa. Knapp drei Wochen nach dem verheerenden Brand in Helsa wird das schwer beschädigte Merten-Jäger-Haus an der Berliner Straße von heute an gegen Einsturz gesichert.

Die Bauaufsicht des Landkreises Kassel hat dem Eigentümer per Anordnung aufgegeben, das Dach mit einer Plane abzudecken, die Innendecken abzustützen und die beschädigten Giebel zu sichern.

Das Fachwerkhaus darf nur für diese Arbeiten betreten werden. Die Eingangstür ist von der Polizei versiegelt, wegen Einsturzgefahr konnten die Brandermittler des Landeskriminalamtes das Haus noch nicht betreten.

Mit den Arbeiten müsse unverzüglich begonnen werden, sagte Kreissprecher Harald Kühlborn. Geschehe dies nicht, werde der Kreis die Arbeiten als Ersatzvornahme ausführen lassen; das heißt, der Kreis beauftragt eine Firma und stellt dem Hauseigentümer die Rechnung zu.

Nicht versichert

So weit wird es nicht kommen. Eigentümer Franz Ullwer sagte der HNA, am heutigen Donnerstagmorgen werde mit den Sicherungsarbeiten begonnen. Er habe eine Baufirma damit beauftragt. „Wir werden das Haus erst mal sichern und dann schauen, was weiter zu tun ist“, sagte Ullwer. Wie es mit dem Wohnhaus weitergehe, könne er zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Seit 1985 habe er 600 000 Euro in das Gebäude gesteckt. Es habe vor dem Brand kurz leer gestanden, weil Mieter weggezogen seien. Er habe aber schon zwei neue Familien gehabt, die in das Gebäude hätten einziehen wollen. Das unter Denkmalschutz stehende Fachwerkhaus sei nicht versichert gewesen, sagte Ullwer, er müsse die durch das Feuer entstandenen Kosten selbst tragen.

Kein Kompetenzzentrum

Dabei wird ein Zuschuss aus Denkmalschutzmitteln in Höhe von 15 000 Euro helfen. Der war ursprünglich für Sanierungsarbeiten an dem historischen Gebäude vorgesehen, darf jetzt aber für die Sicherung verwendet werden. Diese könnte nach Schätzungen allerdings leicht 30 000 Euro verschlingen.

„Wir werden das Haus erst mal sichern und dann schauen, was weiter zu tun ist.“

Franz Ullwer Hauseigentümer

Klar ist, dass das denkmalgeschützte Haus nicht abgerissen werden darf. Doch die weitere Zukunft des Gebäudes ist ungewiss. Denn es besteht ein großer Sanierungsbedarf. Soll es weiter als Wohnhaus dienen? Oder gewerblich genutzt werden. Nicht nur der Eigentümer, sondern auch die Gemeindeverwaltung und die Dorfgemeinschaft machen sich Gedanken. Bürgermeister Tilo Küthe (SPD) könnte sich Büroräume oder Studentenwohnungen in dem Haus vorstellen. Er hatte auch angeregt, das in Kaufungen geplante und dort gescheiterte Fachwerk-Kompetenzzentrum des Kreises hier unterzubringen. Doch Kreissprecher Kühlborn winkt ab, ein Kompetenzzentrum habe der Kreis wegen zu hoher Kosten auf Eis gelegt.

Die Dorfgemeinschaft der Vereine und Verbände sicherte dem Eigentümer ihre Unterstützung zu. Zwei ortsansässige Architekten leisten kostenlose Planungshilfe. HINTERGRUND

Von Holger Schindler

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