Zahlreiche Bürger packen mit an

Gasthaus „König von Preußen“ in Helsa: Heute wird Richtfest gefeiert

War nicht mehr zu retten: Architekt Jürgen Scholz zeigt einen maroden Balken im Dachstuhl der 1791 errichteten Gaststätte in Helsa. In einer Gemeinschaftsaktion wird das Dach seit Mittwochmorgen erneuert. Heute Abend wird Richtfest gefeiert. Foto: Wohlgehagen

Helsa. „Der König von Preußen ist ein Stück Heimat für die Bevölkerung“, sagt Jürgen Scholz, Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins Denkmalpflege. Der 63-jährige Architekt leitet ehrenamtlich die Sanierung des im 18. Jahrhundert erbauten Landgasthofs im alten Ortskern von Helsa.

Seit Mittwoch wird das Dach des historischen Fachwerkgebäudes saniert. An dem Arbeitseinsatz, der am Samstag (Beginn: 18 Uhr) mit einer Richtfeier für die Mitwirkenden gekrönt werden soll, sind außer zwei Fachfirmen aus Kaufungen und Lohfelden mehr als 30 Vereinsmitglieder beteiligt. Wenn das Wetter es zulässt, sollen die neuen Ziegel bereits Weihnachten auf dem Dach sein.

„Es macht wirklich Spaß, hier gehen alle hochmotiviert ans Werk“, sagte Jürgen Scholz der HNA. Dem Großeinsatz für den nicht mehr zu rettenden Dachstuhl waren umfangreiche Entkernungsarbeiten in der maroden Gaststätte und den Fremdenzimmern vorausgegangen. Der Verein will das Hauptgebäude in den nächsten zwei Jahren grundlegend sanieren. Anschließend – vielleicht auch parallel dazu – soll der Saalanbau erneuert werden.

Der Gasthof im Regiowiki

Die eisige Kälte schien den Männern auf dem Dach nicht viel auszumachen, als sie am Mittwochmorgen begannen, die alten Ziegel abzudecken und die Dachlatten zu entfernen.

Auch der stellvertretende Vorsitzende Andreas Schlaak stand hoch oben auf dem Gerüst, um am Ende einer Kette von Kollegen immer wieder alte Dachpfannen in bereitstehenden Containern zu entsorgen. Zwischendurch wurde allen Helfern am Holzofen im früheren Restaurant von Frauen aus dem Verein ein zünftiges nordhessisches Frühstück gereicht.

Die Finanzierung der beiden Projekte gleicht einem Balanceakt. Der Verein werde auch Mittel aus der Dorferneuerung beantragen, sagte Jürgen Scholz. „Zunächst haben wir vom Landesamt für Denkmalpflege einen Zuschuss von 10.000 Euro erhalten.“

Eine ebenso große Hilfe seien die Spenden beteiligter Firmen und Handwerker, das sei besonders für die eigentlich nicht geplante Dachstuhlerneuerung sehr wichtig gewesen, so der Vorsitzende weiter.

Letztlich geht es dem Verein darum, den historischen Landgasthof für die Neuverpachtung „hübsch“ zu machen. Zu diesen Plänen gehören außer der Gastronomie auch der Ausbau des Dachgeschosses als Pächterwohnung und die Aufstockung der Fremdenzimmerzahl durch einen Anbau. Die Aussichten für eine Verpachtung stehen nicht schlecht: Man sei bereits mit einem Fachehepaar im Gespräch, sagte Jürgen Scholz.

Von Hans-Peter Wohlgehagen

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