Weimarer Geschichtsarbeitskreis mit neuer Broschüre

So hieß die Flur

Stolz auf die neue Broschüre: Heinz Borleis (von links), Winfried Ebert, Wilfried Zaun, Bürgermeister Michael Aufenanger und Fritz Borleis. Foto: Kisling

Ahnatal. Bei einem Spaziergang durch die Weimarer Gemarkung fallen die Holzschilder mit den teils unbekannten Namen sofort ins Auge. Von Schipperlingen ist ebenso die Rede wie von Waldschmiede oder Küssenbornstücke. Seit 1999 zieren 36 Schilder mit Flurnamen die Weimarer Umgebung.

Hintergründe und Wissenswertes über die historischen Flurnamen veröffentlichten nun die acht Mitglieder des Weimarer Geschichtsarbeitskreises „Geschichte und Geschichten Weimar“ in einer 46-seitigen Broschüre. „Die Broschüre dient der Übersicht über die Flurnamen. Diese sind historisch sehr wertvoll, da sie einen Teil der Weimarer Geschichte wiedergeben“, sagt Fritz Borleis die Intention.

Die Geschichtskreisler legen bei ihrem neusten Werk großen Wert auf die Leserfreundlichkeit. Alle Flurnamen sind leicht verständlich erläutert, Interpretationen gut nachvollziehbar und topographische Karten verleihen neben Fotos vom Errichten der Schilder der Broschüre zusätzliche Attraktivität.

In einem Beitrag widmet sich Wilfried Zaun einer Wandertour vorbei an den Bezirken. Die Broschüre eigne sich ideal als Leitfaden für eine solche Tour auf historischen Spuren, so Zaun. Für das Projekt der Flurnamen sei die Publikation ein wichtiger Schritt.

Bereits seit Mitte der 90er-Jahre gibt es das Konzept der Flurnamen. Siegfried Pilz baute schließlich die Schilder und montierte sie in der Gemarkung. Bei den Ahnatalern kamen sie gut an. So gebe es keine größere Beschädigungen oder Diebstähle. 2005 wurden die Schilder restauriert.

Seit zwei Jahren befasst sich der Arbeitskreis, vor allem Heinz Borleis und Willi Müller per Gestaltung am Computer, mit der Idee einer Broschüre. Dank der Unterstützung der Gemeinde konnten die Mitglieder umfangreiche Recherchen anstellen. Aus Marburg erhielten sie insgesamt 756 Buchseiten in Kopieform mit Weimarer Kataster aus dem Jahr 1700. Die handschriftlich verfassten Aufzeichnungen wurden entziffert und zusammengefasst.

„Mit der Veröffentlichung hat der Geschichtskreis ein Stück Weimarer Identität geschaffen“, lobte Bürgermeister Michael Aufenanger. Die Broschüre kann für drei Euro im Alten Rathaus, Unter der Linde 2, erworben werden. Rückmeldungen in Form von Ergänzungen, Berichtigungen oder Meinungen seien erwünscht. (ptk)

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