Diakonisches Werk und Stadt mit Betreuungsangebot für demente Menschen und ihre Angehörigen

Hilfe von außen im Krankheitsfall

Freuen sich über das Freiraum-Angebot: Gerd Bechtel (von links), Geschäftsführer Diakonisches Werk Kassel, Petra Hass, Angehörige des Gesprächskreises, Dorothea Bathe, Diakonisches Werk Kassel, Heidrun Küchenmeister, Angehörige, Renate Kann, Sozialstation Vellmar, Pfarrer Johannes Stalb, Dirk Stochla und Susanne Selbert. Foto: Sommerlade

Vellmar. „Das Leben mit einer demenziellen Erkrankung ist für alle Betroffenen eine permanente Herausforderung“, sagt Heidrun Küchenmeister. Als betreuende Kraft ihrer an Demenz erkrankten Mutter weiß die Frau aus Vellmar, wovon sie spricht.

„Der fortschreitende Gedächtnisverlust und die damit einhergehenden Persönlichkeitsveränderungen verunsichern und beängstigen sowohl den erkrankten Menschen als auch sein Umfeld.“

Unterstützung und Entlastung findet Heidrun Küchenmeister einmal wöchentlich beim Betreuungsangebot „Freiraum“, einem gemeinsamen Angebot des Diakonischen Werks Kassel und der Stadt Vellmar. „Das Diakonische Werk Kassel verfügt als Träger des Zentrums für Menschen mit Demenz und Angehörige (ZEDA) über langjährige Erfahrung im Aufbau unterschiedlicher niedrigschwelliger Angebote und kann auf diese Erfahrungen auch in Vellmar zurückgreifen“, erklärte Gerd Bechtel, Geschäftsführer des Diakonischen Werks Kassel.

Das von Renate Kamm (Sozialstation Vellmar) und Dorothea Bathe (Diakonisches Werk Kassel) in die Praxis umgesetzte Freiraum-Konzept beinhaltet neben Betreuungsgruppen für die Erkrankten auch einen Angehörigengesprächskreis und die sogenannte Helferagentur, über die es möglich ist, stundenweise Einzelbetreuung in der häuslichen Umgebung zu erlangen.

Das Gesamtangebot in Vellmar gibt es seit mittlerweile drei Jahren. Unterstützt wird es vom Landkreis Kassel. „Es ist wichtig, dass an Demenz erkrankte Menschen und ihre Familien nicht allein gelassen werden. Es ist uns bewusst, dass es eine gewisse Hemmschwelle gibt, Hilfe von außen anzunehmen“, erklärte Vizelandrätin Susanne Selbert. „Wir legen auf diese Förderung besonderen Wert.“

Insgesamt werden rund 78 000 Euro an fünf verschiedene Träger von Hilfsangeboten verteilt. Davon entfallen 10 300 Euro für das Vellmarer Hilfsangebot des Diakonischen Werks.

„Ich bin sehr froh, dass dieses Angebot existiert. Es verschafft Freiraum und ein gutes Gefühl.“

Heidrun Küchenmeister, angehörige

Bürgermeister Dirk Stochla zeigte sich ebenfalls angetan vom bewährten Angebot, das erst vor Kurzem mit dem neuen Namen „Freiraum“ versehen wurde. „Der Angebotsname ist dabei im mehrfachen Sinn des Wortes zu verstehen. Das Angebot verschafft nicht nur den Erkrankten, sondern auch dem Umfeld dringend benötigten Freiraum. Daher ist es uns ein wichtiges Anliegen, das Projekt zu unterstützen.“

Sehr zur Freude von Heidrun Küchenmeister. „Ich bin sehr froh, dass dieses Angebot existiert. Es verschafft Freiraum und ein gutes Gefühl.“

Von Martina Sommerlade

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