Tegut-Mitarbeiter werden im Umgang mit behinderten Kunden geschult

Hilfe beim Einkauf mit Handicap

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Rücksicht auf gehandicapte Kunden: Sarah Umbach-Herwig (von links) und Silke Käsemann im Tegut-Markt Bettenhausen sind sensibilisiert. Hinter ihnen präsentieren Gebietsleiter Chrsitian Klotz, und Marktleiter André Lindner Anstecker, dieHilfe für behinderte Menschen signalisieren.

Baunatal. Für ältere oder behinderte Menschen kann ein Einkauf stressig sein: Sie haben oft mehr Mühe als andere, einen bestimmten Artikel zu finden oder sich gegenüber den Supermarktmitarbeitern verständlich zu machen. Das gilt gerade für Kunden mit psychischen Behinderungen.

„Ältere Menschen sind das sehr dankbar, wenn man ihnen zuhört“, sagt André Lindner, Marktleiter der Fuldaer Handelskette Tegut. Vor allem in Baunatal, wo viele Beschäftigte der dortigen Behinderten-Werkstätten einkaufen gehen, und in der Tegut-Filiale Bettenhausen, wo es ein Behindertenwohnheim gebe, habe man damit Erfahrungen gesammelt, sagt er.

Künftig will die Supermarktkette besser für den Umgang mit solchen Kunden gewappnet sein: Sie lässt Mitarbeiter in ihren Filialen im Rahmen des Projekts „SuperMan“ der Europäischen Union (EU) psychologisch schulen. Die Verkäufer sollen leichter erkennen, ob ein Kunde Hilfe benötigt, weil er sich vor den Regalen nicht zurechtfindet.

Die Schulung hat der Landkreis Kassel ermöglicht, der über seine italienische Partnerregion Forli-Cesena in das mit 280 000 Euro dotierte Projekt, das im Sommer dieses Jahres endet, mit eingestiegen ist. Der Landkreis erhält laut Pressesprecher Harald Kühlborn 80 000 Euro aus dem Fördertopf. In der Region werden Mitarbeiter in den Tegut-Märkten Kassel und Baunatal geschult.

Barrierefreies Einkaufen

Die Idee für barrierefreies Einkaufen nicht nur durch breite, ebenerdige Zugänge und übersichtliche Gänge zu sorgen, sondern auch durch geschulte Verkäufer stammt aus Frankreich. Dort habe die Lebensmittelkette Leclerc in 200 Märkten Personal für die Bedürfnisse behinderter Menschen geschult, sagte Kühlborn. Der Kreis habe Tegut als Partner gewählt, weil diese Kette bereits mit ihren „Lädchen für alles“ in Zusammenarbeit mit der Baunataler Diakonie Kassel Erfahrungen mit behinderten Beschäftigten gesammelt habe.

Von der BDKS habe man sich auch beraten lassen. Die Schulung der Tegut-Mitarbeiter hat jedoch die Göttinger Beratungsfirma Bupnet übernommen. Der Kreis will das Projekt nach Auslaufen der Förderphase mit weiteren Supermärkten fortsetzen.

Von Peter Dilling

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