Hilfe kommt nach Hause

Diplom-Sozialpädagogin Marlies Teske-Kotzian über Beratungsstelle für Ältere

Kaufungen. Sich allein zu versorgen ist für die meisten Menschen eine Selbstverständlichkeit. Ist dies im Alter nicht mehr möglich, kommen auf Senioren und Angehörige viele Fragen zu. Die Beratungsstelle für Ältere in Kaufungen setzt dort an. Sie versteht sich als Wegweiser durch das Angebot an Hilfeleistungen und deren Finanzierung. HNA-Volontärin Anke Laumann sprach mit der Leiterin der Beratungsstelle, Marlies Teske-Kotzian, über ihre Arbeit.

Frau Teske-Kotzian, 2004 hat die Beratungsstelle 74 Klienten beraten, im Jahr 2010 waren es 200. Worauf führen Sie die gesteigerte Nachfrage zurück?

Marlies Teske-Kotzian: Auf der einen Seite wird die Gruppe der Älteren größer. Auf der anderen Seite sind wir gewachsen. 2005 kam die Gemeinde Lohfelden zum Trägerverbund hinzu, 2009 Helsa. Ich werde mit der Beratungsstelle bekannter. Es kommen Menschen zu mir, die etwa durch ihre Nachbarn von der Beratungsstelle gehört haben. Sie sagen: „Sie waren so nett. Daher rufe ich Sie jetzt auch an.“

Wie hat sich Ihre Arbeit in den Jahren verändert?

Teske-Kotzian: Am Anfang ging es überwiegend um Fragen der Einstufung, der Kurzzeit- oder der stationären Pflege und Pflegehilfsmittel. Mittlerweile sind Fragen rund um das zwölfte Sozialgesetzbuch genauso häufig. Es regelt die Grundsicherung im Alter. Darunter fallen viele Senioren. Etwa die verwitwete Rentnerin, die zu Hause geblieben ist, sich um die Kinder gekümmert hat und nur eine eigene Rente von 200 Euro bekommt.

Sie bieten Telefonsprechstunden an, ein Großteil Ihrer Arbeit besteht jedoch aus Hausbesuchen. Warum?

Teske-Kotzian: Kurze Anfragen beantworte ich telefonisch. Aber oft stehen hinter einer Frage zehn weitere. Darüber hinaus ist es wichtig zu sehen, wie die Klienten leben. Etwa wenn es um Hilfsmittel geht. Wenn die Senioren sagen: „Das geht bei mir nicht, das Badezimmer ist zu eng für einen Rollator“, kann ich es mir am Telefon nicht vorstellen. Viele der Älteren können auch nicht mehr zu mir kommen. Foto: nh

Kontakt: montags bis mittwochs von 8.30 bis 13.30 Uhr, donnerstags von 11 bis 16 Uhr unter 05605/945111 oder E-Mail an: bst@drk-klinik-kaufungen.de

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