Unterstützerkreis für Flüchtlinge formiert sich in Espenau – Grundschule wird bis März umgebaut

„Hilfe muss maßgeschneidert sein“

Noch Baustelle: Der frühere Laubengang der Grundschule wird zum Sanitärbereich für die Flüchtlinge umgebaut. Foto: Dilling

Espenau. Während die Räume der früheren Grundschule Hohenkirchen, bald Unterkunft für bis zu 35 Flüchtlinge aus dem Aufnahmelager Gießen, noch an vielen Stellen eine Baustelle sind, formiert sich schon die Unterstützung aus dem Dorf: Am Donnerstag informierten sich mehr als 30 Bürger im Vereinsheim des SV Espenau, was die Flüchtlinge an Hilfe benötigen werden. Schnell wurde klar: Nur eine maßgeschneiderte Unterstützung hilft den Ankömmlingen wirklich weiter. „Es gibt nichts Schlimmeres als irregeleitete Hilfe. Das wollen wir vermeiden“, sagte Bürgermeister Carsten Strzoda.

Noch wissen weder die Bürger noch der Landkreis Kassel, was für Flüchtlinge aus welchen Ländern nach Espenau kommen werden. Die im Dorf erzählte Nachricht, es käme eine große Schar Albaner, sei nur ein Gerücht, sagte Jörg Roßberg, Leiter des Kreissozialamts. Frühestens im März würden die ersten Asylbewerber eintreffen, schätzt Marco Giambalvo vom Landkreis Kassel. Er, der bereits in der großen Flüchtlingsunterkunft in Wolfhagen viele Erfahrungen gesammelt hat, wird als Betreuer und Ansprechpartner ständig in Espenau vor Ort sein. Die Umbauarbeiten in der Grundschule dauerten noch zwei bis drei Wochen, sagte er gegenüber der HNA.

Hans-Joachim Ullrich, der die Flüchtlingsunterkünfte im Landkreis betreut, wünscht sich vor allem eine Unterstützung am Ankunftstag. Einheimische sollten dann „Familien an die Hand nehmen und einen Spaziergang mit ihnen durch den Ort machen“, sagte er. Das helfe den Ankömmlingen, sich in Espenau zurechtzufinden. Auch beim ersten Einkauf sei eine Begleitung durch Einheimische hilfreich. Das helfe, Missverständnissen und Spannungen vorzubeugen, sagte Ullrich.

Am wichtigsten sei, den Flüchtlingen Bildungs- und Freizeitangebote zu machen, erklärte Roßberg: „Der deutsche Winter ist ohne Beschäftigung für die Flüchtlinge eine Katastrophe. Wir müssen Depressionen vorbeugen.“ Mehrere Bürger haben angeboten, Deutschunterricht zu geben. Sie habe schon Strickwolle gestapelt, sagte Heidi Al-Safau. Sie könne etwas Arabisch, beim Handarbeiten lernten die Flüchtlinge wie nebenbei auch die Sprache.

Die Flüchtlinge erhielten bereits vom Landkreis eine Grundausstattung - Hausrat, Geld und Krankenschein - sagte Roßberg. Daher müsse genau geschaut werden, was darüber hinaus benötigt werde. „Als Erstes werden Fernseher und Satellitenreceiver nachgefragt“, meinte Giambalvo. Auch Kindersachen und Spielzeug würden benötigt. Ein Kindersachenbasar zugunsten der Flüchtlinge ist bereits in Vorbereitung. Die Gemeinde Espenau wird die Unterstützung der Flüchtlinge mitkoordinieren. Foto: Dilling

Info und Kontakt: Marco Giambalvo, 0172/2849445.

Von Peter Dilling

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