Das laufende Jobstarter-Projekt bei Vabia in Vellmar vermittelt Schülern Lehrstellen in Betrieben

Hilfen beim Einstieg in den Beruf

Hand in Hand: Geschäftsführer Ulrich Kellner ist sehr zufrieden mit dem von Eva Berthold vermittelten Auszubildenden. Foto: Mohr

Kreis Kassel. Nach seinem Realschulabschluss fand Marcel Zier aus Gudensberg monatelang keinen Ausbildungsplatz. „Bei einem AOK-Bewerbungstraining wurde ich dann auf Vabia in Vellmar aufmerksam“, sagt Marcel Zier.

Jugendliche haben Vorrang

Vabia steht für „Verein für Ausbildung, Beratung, Integration und Arbeit“. Dort wird seit 2008 ein Projekt namens „Jobstarter - Fachkräfte für die Zukunft“ angeboten. „Der große Unterschied zu allen anderen Jobstarter-Projekten ist, dass bei uns die Vermittlung von Ausbildungsplätzen an Jugendliche und nicht an Behinderte oder Langzeitarbeitslose im Vordergrund steht“, sagt Projektleiterin Eva Berthold.

Das Projekt gibt es im gesamten Bundesland. Im Landkreis Kassel und in der Stadt kümmern sich die Jobstarter darum, kleine und mittelständische Betriebe mit Ausbildungssuchenden zusammenzubringen.

Im Fokus stehen die Branchen Tourismus und Gastronomie, Logistik und Mobilität, Klimatechnik und Erneuerbare Energien sowie Metallbe- und -verarbeitung.

Erfolgsquote von 80 Prozent

„Wir bieten unsere Arbeit kostenlos an, und ich wünschte, dass sie von mehr Betrieben und Jugendlichen angenommen würde“, sagt Berthold. Im gesamten Bereich des Landkreises Kassel und in der Stadt machen etwa 150 Betriebe mit.

Ungefähr genauso viele Jugendliche wurden bislang durch das Jobstarter-Projekt geschleust. „Bestimmt 80 Prozent haben einen Platz gefunden. Durch die Unverbindlichkeit unseres Angebotes erfahren wir oft nicht, ob unser Engagement etwas bewirkt hat“, sagt die Projektleiterin. Ihre Arbeit fängt bei der Gewinnung von Ausbildungsbetrieben durch Kontakte zu kommunalen Gewerbevereinen, branchenbezogenen Aktionen oder Besuchen regionaler Fachmessen an.

„Bewerber akquirieren wir über ein Netzwerk aus Jugend- und Sozialarbeitern. Zudem gehen wir in Schulen und machen Infoveranstaltungen.“ Für die freien Ausbildungsplätze erstellen die Jobstarter dann ein Anforderungsprofil, und das wird in den Schulen ausgehängt. „Unser Ziel ist, dass wir, wenn das Projekt einmal ausgelaufen ist, nicht mehr gebraucht werden.“

„Das Problem in den Schulen ist, dass viele Schüler von den knapp 400 Berufsbildern, die existieren, höchstens 20 kennen. Zudem bewerben sich viele zu spät“, sagt Berthold. Die Jobstarter wollen dabei helfen, eine bessere Vorstellung davon zu bekommen, was sich hinter dem Wunschberuf verbirgt.

„Wir bieten unsere Arbeit kostenlos an, und ich wünschte, dass sie von mehr Betrieben und Jugendlichen angenommen würde.“

Eva Berthold

Bei Marcel Zier war das im Juni 2008, als er zu Vabia kam, nicht nötig. Er wusste genau, dass er Kaufmann im Einzelhandel werden wollte. „Ich hatte mich schon vorher auf diesen Bereich im Raum Kassel und Baunatal beworben. Ich wollte viel mit Menschen zu tun haben und etwas verkaufen, das mich interessiert. Vabia hat mir die Bewerbung vereinfacht“, sagt Zier.

Eva Berthold half dem jungen Mann, seine Bewerbungsmappe auf Vordermann zu bringen und gab ihm Tipps, wie er sich beim Bewerbungsgespräch verhalten solle.

Inzwischen ist Marcel Zier im dritten Ausbildungsjahr bei der Kaufunger Firma Kellner im Bereich Elektrogeräte und die Übernahmechancen sind gut. „Marcel passt gut hier rein. Das hat sicher auch mit der guten Vorauswahl durch das Jobstarter-Projekt zu tun“, sagt der Geschäftsführer Ulrich Kellner.

Von Julia Mohr

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