Emstaler Verein sorgt seit 25 Jahren für eine gemeindenahe Psychiatrie

Hilfen für seelisch Kranke

DitmarSchott

Baunatal / Wolfhagen. Eine Erfolgsgeschichte ungewöhnlicher Art hat der Emstaler Verein. Gegründet vor 25 Jahren in Merxhausen im Zuge der Enthospitalisierung von Langzeitpatienten von Ärzten, Psychologen und Mitarbeitern der Psychiatrischen Klinik, die ihr Fachwissen ehrenamtlich nach Dienstschluss einsetzen, sowie anderen engagierten Menschen, ist aus dem kleinen Hilfsverein ein effektiv arbeitender gemeinnütziger Träger im Bereich der gemeindenahen Psychiatrie geworden.

Heute hat der Emstaler Verein mit Sitz in Wolfhagen 58 hauptamtlich Beschäftigte und unterhält neun Tagesstätten in Baunatal, Wolfhagen, Kaufungen und Hofgeismar (39 Betreuungsplätze), im betreuten Wohnen kümmert sich der Verein im Landkreis und in der Stadt Kassel um weitere 195 Menschen.

Eines ist seit der Gründungszeit, als der Verein noch als Beiboot für das „Schiff“ des Psychiatrischen Krankenhauses Merxhausen (heute Vitos) bezeichnet wurde, geblieben: Der Vorstand, von Anfang an mit Dr. Dr. Ditmar Schott an der Spitze, arbeitet ehrenamtlich. Der Rest wird seit 1993 hochprofessionell unter Geschäftsführung von Petra Scholl-Munsel abgewickelt - aus kleinen Anfängen ist ein funktionierendes Unternehmen geworden, das immer mehr Bereiche ambulanter psychosozialer Versorgung von psychisch Kranken und seelisch Behinderten erschließt, um deren Lebensqualität zu verbessern.

Noch relativ neu im Aufgabenfeld des Emstaler Vereins ist die Stärkung von psychisch kranken Eltern in ihrer Erziehungskompetenz. Und immer mehr rücken neben den jungen Eltern auch die Kinder in den Blickpunkt. Dr. Dr. Schott: „Das war am Anfang unserer Arbeit kaum ein Thema. Aber jetzt sind die Betreuten immer jünger, schließen Partnerschaften und bekommen Kinder.“ 25 solcher Familien, vor allem mit Kleinkindern, werden pro Jahr betreut.

Akzeptanz fördern

Pompös feiern will der Verein sein Jubiläum nicht. „Das Geld für ein Fest kann sinnvoller angelegt werden“, sagt Geschäftsführerin Scholl-Munsel. Aber man will mit Vorträgen an den vier Standorten die Akzeptanz für psychisch Kranke fördern und deren Ausgrenzung verhindern.

Eine Auftaktveranstaltung für die Vortragsreihe „25 Jahre Gemeindepsychiatrie“ mit den Experten Dr. Dr. Ditmar Schott und Prof. Dr. Heinrich Kunze findet am heutigen Montag, 7. Februar, 19 bis 21 Uhr, im Kulturbahnhof (Südflügel) in Kassel statt.

Von Cornelia Lehmann

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