Schwarze Südafrikaner zu Gast bei Missionsfest in Guntershausen: Fröhlicher Gottesdienst mit Tanz

Hilferuf nach mehr Bildungschancen

Sie sorgten für gute Laune beim Missionsfest: Die jungen Leute von der Moravian Church (Bild) sangen und tanzten.

Baunatal. Ein Gottesdienst schwarzer Afrikaner läuft ganz anders ab als hierzulande, lockerer und fröhlicher. Davon konnten sich die Besucher des Missionsfests in Guntershausen überzeugen. Eine achtköpfige Gruppe junger Leute aus Südafrika gestaltete den Gottesdienst mit, sang und tanzte, sogar noch vor dem Kirchentor. Und alle klatschten und wiegten sich rhythmisch mit.

Die jungen Leute aus Südafrika, die im Rahmen eines Austauschs mit der Partnergemeinde der Moravian Church Gäste des Kirchenkreises Kaufungen sind, beeindruckten Pfarrerin Kerstin Reinold und die übrigen Gottesdienstbesucher aber nicht nur mit ihrem spirituellen Temperament. Sie lösten bei den Gastgebern auch Betroffenheit aus.

Denn 30 Jahre nach dem Ende der Apartheid fühlen sich schwarze junge Christen immer noch benachteiligt. Die meisten Jugendlichen gingen zwar zur Schule, sie bekämen aber anschließend oft keine Arbeit, sagte Tembela Mdingi, die Sprecherin der Jugendgruppe. Wenn es um den Besuch einer Universität gehe, seien die Schwarzen immer noch stark benachteiligt. Deshalb freue man sich über jede finanzielle Unterstützung aus Deutschland, um die Bildungschancen verbessern zu können, erklärte Mdingi.

Außerdem sei die wachsende Zahl junger Menschen, die an der Immunschwächekrankheit Aids erkrankten, ein Problem in den christlichen Gemeinden. Die Kranken erhielten wegen ihrer Armut oft nicht genügend Medikamente.

Nach dem Gottesdienst, den der Kirchenbezirkschor unter Leitung des ehemaligen Dekans Gerd Haenisch und die Bezirkskantorin Angelika Großwiele musikalisch begleiteten, hatten die Gäste des Missionsfests Gelegenheit, beim Mittagessen im Kirchgarten mit den Südafrikanern ins Gespräch zu kommen. Für die Kinder wurde gezaubert, geschminkt und eine Missionsrallye angeboten. (pdi)

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