In Nieste (Hessen) und Staufenberg (Niedersachsen) gelten für Hundehalter unterschiedliche Regeln

Hinter der Grenze an die Leine

Erinnern an die Leinenpflicht: Schilder wie diese sind in der Nähe der niedersächsischen Landesgrenze aufgestellt. Unser Foto zeigt Hundehalterin Britta Waldmann mit ihrem Podenco Yuki, einem spanischen Jagdhund. Archivfoto: Ketteritzsch

Nieste. Niester Hundebesitzer sollten beim Spaziergang im Wald aufmerksam sein. Denn an vielen Stellen reichen die Gebiete bis über die Grenze zum Bundesland Niedersachsen. Dort dürfen Hunde derzeit nur in den Wald mitgenommen werden, wenn sie angeleint sind. Andernfalls können hohe Bußgelder verhängt werden.

Das Niedersächsische Gesetz über den Wald und die Landschaftsordnung (NWaldLG) verpflichtet Hundehalter im gesamten Bundesland vom 1. April bis zum 15. Juli, ihre Tiere auf Wiesen, an Feldern und im Wald an die Leine zu nehmen. Grund ist die Brut- und Setzzeit, in der das Wild seine Jungen aufzieht und mehrere Vogelarten am Boden ihre Nester bauen. Im Frühling sitzen diese Bodenbrüter genannten Arten auf ihren Eiern, um sie bis zum Schlüpfen der Küken warmzuhalten. Für streunende Hunde sind sie eine leichte Beute.

In Hessen gilt die generelle Anleinpflicht in dieser Zeit nicht. „Das Gesetz sieht nur vor, dass der Hund im Einwirkungsbereich des Besitzers bleiben muss, damit dieser ihn vom Wildern abhalten kann. Es bleibt darüber hinaus den Kommunen und Kreisen überlassen, ob sie zu bestimmten Zeiten Leinenpflicht verordnen“, sagt Petra Westphal vom Landesbetrieb Hessen-Forst. Ein solcher Leinenzwang ist in Nieste nicht vorgesehen. In der angrenzenden niedersächsischen Stadt Staufenberg gilt die Pflicht zum Anleinen aber sogar schon seit dem 1. Dezember. „In diesem Zeitraum gilt bei uns eine Schutzverordnung für Wald- und Schongebiete“, sagt Bernd Heinrich vom Ordnungsamt Staufenberg. Grund für die Ausdehnung der Leinenpflicht auf den Winter ist der Schnee, der im Wald nahe den Ortsteilen Escherode, Uschlag und Dalheim oft sehr hoch liegt. Der Schnee macht es Hunden leichter, Wild zu jagen, deshalb müssen sie an die Leine. Die Schonfrist ab Dezember geht in die allgemeine Leinenpflicht in der Brut- und Setzzeit über. Ohne Leine dürfen Hunde im Wald und in Schongebieten bei Staufenberg demnach nur von Mitte Juli bis Ende November laufen.

In Staufenberg wird regelmäßig im örtlichen Mitteilungsblatt daran erinnert. Niester Spaziergänger werden durch Schilder an den Waldwegen in Niedersachsen auf die Leinenpflicht hingewiesen.

Kontrolliert werde eher nach dem Zufallsprinzip, sagt Bernd Heinrich vom Staufenberger Ordnungsamt. Auch hagele es nicht sofort Strafen, zunächst ermahnt er die Hundebesitzer. Wird jemand wiederholt mit einem frei laufenden Hund erwischt, könne er Bußgelder bis zu 500 Euro verhängen, sagt Heinrich. Das sei aber erst einmal vorgekommen. Nur das Ordnungsamt kann Bußgelder verhängen. Wer frei laufende Hunde beobachtet, kann Anzeige erstatten. Archivfoto: Huck/nh KOMMENTAR, STICHWORT HINTERGRUND

Von Irene Habich

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