Im Anflug: Die Hirschkäfer sind zurück in Kassel und Umgebung

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Überraschungsgast: Dieser Hirschkäfer ließ sich am Abend des Pfingstmontag bei Familie Golla in Oberkaufungen nieder. Foto:  Golla/nh

Kaufungen/Kassel. Vor allem im Kasseler Stadtteil Bettenhausen und Landkreisgemeinden wie Kaufungen können sich die Menschen wieder auf die Begegnung mit der imposantesten heimischen Käferart einstellen: dem Hirschkäfer.

In den vergangenen Tagen sind die ersten Tiere mit den großen Greifzangen aufgetaucht. So auch bei HNA-Leser Jürgen Golla und seiner Familie in Oberkaufungen.

Am Abend des Pfingstmontag zeigte sich ein Exemplar auf ihrem Grundstück am Waldrand Richtung Nieste. „Wir freuen uns immer wieder aufs Neue, diese wunderschönen Tiere in freier Natur erleben zu können“, schwärmt Jürgen Golla, der den Besuch des Hirschkäfers mit der Kamera festhielt.

Dass das Insekt mit den geweihartigen Mundwerkzeugen, das auf der Roten Liste der bedrohten Arten steht, mancherorts in der Region in recht großer Zahl vorkommt, hängt mit den alten Eichenwäldern zusammen. Sie sind der bevorzugte Lebensraum des Hirschkäfers.

Der Eichwald in Bettenhausen, aber etwa auch das Waldgebiet Hinter den Eichen bei Niederkaufungen und die daran angrenzenden Wohngebiete sind die Reviere der Hirschkäfer, die dieser Tage - wegen der Wärme etwas früher als üblich - auf Brautschau gehen, um die Vermehrung sicherstellen. Bis zu acht Jahren haben sie zuvor als Larven unter der Erde verbracht.

Die Suche nach einer Partnerin ist mitunter dramatisch. Im vergangenen Jahr ging bei Hessen-Forst die Meldung einer Familie aus Niederkaufungen samt Fotos ein. In ihrem Garten hatten sich sage und schreibe zehn Hirschkäfer einen erbitterten Kampf geliefert.

Der Hirschkäfer steht in Deutschland auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Um genauere Erkenntnisse über seine Verbreitung zu gewinnen, hat Hessen-Forst 2007 ein Hirschkäfer-Beobachternetz aufgebaut.

Der Landesbetrieb appelliert an die Bevölkerung, entdeckte Hirschkäfer zu melden. Auf dieser Grundlage werden Karten erstellt, die Aufschluss über die Population geben.

Informationen: www.hessen-forst.de/Hirschkaefer

Von Peter Ketteritzsch

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