Treffen in Vellmar: 30 historische Brummis rollten durch die Region

+
Gehegt und gepflegt: Etwa 30 historische Nutzfahrzeuge aus ganz Deutschland zeigten sich am Wochenende in Vellmar von ihrer besten Seite.

Vellmar. Freunde alter Lastwagen und anderer Nutzfahrzeuge trafen sich in Nordhessen. Von Vellmar aus erkundeten sie die Nordspitze Hessens mit ihren Oldtimern.

Es ist Samstag. „10.10 Uhr“, ruft Elke Schäfer nach prüfendem Blick auf ihre Uhr, „wir liegen gut in der Zeit.“ Im Caldener Ortsteil Ehrsten werden Uwe Schäfer und seine Freunde bereits erwartet. Zwei Männer springen von ihren Klappstühlen auf, die sie auf die Ladefläche eines blauen Lkw in ihrem Hof gestellt haben, um die Kolonne der Nutzfahrzeug-Veteranen- Gemeinschaft besser sehen zu können. Sie winken. So hat Organisator Uwe Schäfer sich das vorgestellt. Der 53-Jährige aus Espenau kurbelt geschwind das Fenster seines Oldtimer-Lastkraftwagens herunter und brüllt gegen den donnernden Lärm des rund 150-PS-starken Dieselmotors mit Turbo an, der sich neben ihm im Fahrerhaus befindet: „Bleibt ruhig sitzen, es kommen noch 30 von uns.“

Auf Hochglanz poliert 

Schäfers dicker roter Brummi, ein Henschel H12, Baujahr 1966, führt die bunte Karawane historischer Fahrzeuge an, die an diesem Vormittag vom Vellmarer Festplatz aus durch die Orte rollt: auf Hochglanz polierte Lkw, Unimogs, Schlepper, Traktoren und liebevoll restaurierte Feuerwehrfahrzeuge aus den 1950er- und 1960er-Jahren. „Calden, Zierenberg, Hofgeismar: Die Route habe ich mir ausgedacht, damit meine Kumpels aus ganz Deutschland möglichst viel von unserer nordhessischen Landschaft sehen.“

Elke Schäfer, die hinter ihrem Mann im Fahrerhaus sitzt, hat das Handy am Ohr: „Uwe, die Fahrer fragen, ob wir langsamer fahren können.“ „Klar, geht ja jetzt eh berghoch“, sagt Uwe Schäfer, schaltet noch einmal mit Zwischengas runter und lehnt sich entspannt zurück. Zehn Stundenkilometer zeigt sein Tacho, während sich der Siebeneinhalbtonner den Dörnberg hinaufschiebt.

Treffen: Historische Nutzfahrzeuge in Vellmar

„Elke, sag Bescheid, wenn es zieht“, sagt Uwe Schäfer. Er zeigt auf das kleine Seitenfenster zum Aufklappen und scherzt: „Das ist unsere Klimaanlage.“ Eine Klimaanlage gibt es in dem ehemaligen Möbeltransporter zwar nicht - dafür eine Küchenzeile, eine Nasszelle und sogar ein Ikea-Bett. Etwa 400 Stunden hat der Maschinenbauschlosser in den vergangenen zwei Jahren in seiner Freizeit investiert, um das Innere des Umzugswagens für Urlaubsreisen bewohnbar zu machen. „In München bezahlen Sie 500 Euro kalt für so zwölf Quadratmeter wie hier“, sagt Schäfer und grinst. Bergrunter, kurz vor Zierenberg, ist wieder Konzentration angesagt: „Ich schalte nach Gehör, nicht nach Drehzahl. Mal klappt das gut, mal nicht, dann schimpft meine Frau - aber Spaß macht es immer.“

Von Sarah Rogge-Richter

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.