Hätte nicht passieren dürfen

Kommentar zu Aussagen von Lübcke: Luft wird dünner

Lohfelden. Bei der Bürgerversammlung in Lohfelden hat sich Regierungspräsident Walter Lübcke nach einer Provokation zu einer umstrittenen Äußerung hinreißen lassen. Das hätte nicht passieren dürfen, meint HNA-Redakteur Peter Ketteritzsch.

Die fieberhafte Suche nach Unterkünften, Gewaltausbrüche im Zeltlager Calden und die Tatsache, dass die Stimmung angesichts des Zustroms von Flüchtlingen zu kippen droht: Das alles ist an Regierungspräsident Walter Lübcke nicht spurlos vorübergegangen. Das wurde bei der Infoveranstaltung in Lohfelden überdeutlich. Der CDU-Politiker stellte all jenen, die mit der Flüchtlingspolitik seiner Kanzlerin nicht einverstanden sind, frei, das Land zu verlassen. Spätestens als er vom Publikum dafür ausgebuht wurde, dürfte Lübcke gemerkt haben, was er mit seiner Aussage angerichtet hat: Er hat Menschen, die sich angesichts des Flüchtlingsproblems ernsthaft Sorgen um die Zukunft unseres Landes machen, pauschal verunglimpft.

Selbst wenn der Aussage Provokationen und Zwischenrufe vorausgingen: Ein Polit-Profi, als der sich Lübcke ja versteht, darf sich nicht zu derartigen Äußerungen hinreißen lassen. In Wiesbaden wird man nun ganz genau verfolgen, was der Statthalter der Regierung in Nordhessen treibt. Die Luft für Lübcke wird dünner.

Lesen Sie auch:

- Flüchtlingsdebatte in Lohfelden: Lübcke ließ sich provozieren

- Walter Lübcke im Interview: "Ich bleibe bei meiner Aussage"

- Info-Abend zu Flüchtlingen: 800 Besucher in Lohfelden

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.