Hobby-Historiker aus Ihringshausen helfen Landesmuseum mit Exponaten

+
Soldatenmütze: Kopfbedeckung aus dem Ersten Weltkrieg von Wilhelm Schade aus Ihringshausen.

Fuldatal/Kassel. Dokumente aus Ihringshausen werden eine wichtige Rolle in der Volkskundeabteilung des Hessischen Landesmuseums spielen. Darauf verwies jetzt vor den Mitgliedern des Freundeskreises historisches Ihringshausen Dr. Martina Lüdicke, Leiterin der Volkskundeabteilung.

Martina Lüdicke referierte über Sammlungskonzepte und den Quellenwert von privaten Fotos und Dokumenten. Und stellte die Neuausrichtung der künftigen Dauerausstellung im Kasseler Landesmuseum vor, die nach dessen Wiedereröffnung zu sehen sein wird.

Dabei werden viele Exponate und Dokumente aus dem umfangreichen Ihringshäuser Archiv gezeigt. Dies hatte der Freundeskreis seit seiner Gründung 2004 angelegt. Es ist in den Räumen der Grundschule Ihringshausen untergebracht.

„Das Ihringshäuser Archiv war für uns tatsächlich eine Hausnummer“, lobte Dr. Lüdicke. Es fülle Lücken der Ausstellungskonzeption. Aus dem Nachlass der Ihringshäuser Familie Soost werden viele Dokumente zu sehen sein. Aber auch andere archivierte Exponate seien für das Landesmuseum von großem Wert und werden in der Ausstellung gezeigt.

Elf Themenbereiche

Militärpass von 1870/71: Er enthält Eintragungen zur Entlassung und Teilnahme an Kriegsereignissen des Ihringshäusers Wilhelm Ullmann.

Elf Themenbereiche, die von der Gründerzeit nach 1870/71 bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg um 1950 dargestellt werden, sind mit Archivalien aus Ihringshausen ausgestattet. Ein von Wilhelm Ullmann stammender Militärpass aus dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 und ein schwarzer Bratenrock mit Weste und Hose dokumentieren die Lebenskultur in der Gründerzeit.

Die Reformbewegung in der Wandervogelzeit wird durch ein Fotoalbum von Albert Soost lebendig. Der Erste Weltkrieg wird in einem Feldpostbrief von Heinrich Soost beschrieben und die Mobilmachung mit der Soldatenmütze von Wilhelm Schade dargestellt. Mit einem Notizbuch der Hitlerjugend von Paul Schade wird das Thema der Jugend im 3. Reich angesprochen.

Zur Inflationszeit der Weimarer Republik, zum Zweiten Weltkrieg, zum Frauenleben um 1900 und zum Urlaub in den 1950er-Jahren stammen zahlreiche Dokumente aus dem Archiv des Freundeskreises.

„Die aus Ihringshausen stammenden Exponate sind bei uns in den allerbesten Händen“, versicherte Martina Lüdicke den Mitgliedern des Freundeskreises. Dessen Vorsitzender Klaus Rösch ergänzte: „Wir sind stolz, Zulieferer zu sein.“

Von Klaus Hobein

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.