Hochwasserschutz: Bauna hat jetzt mehr Platz

Baunatal. „Unten am Sportplatz“, sagt Horst Brixel, „da wird das richtig schön. Eine Idylle.“ Mit etwas Vorstellungskraft kann sich der Betrachter des Bachlaufes der Bauna im unteren Teil von Kirchbauna bereits vorstellen, wie es aussehen wird, wenn sich sattes Grün am neu gestalteten Ufer breit machen wird.

Derzeit ist - nach umfangreichen Erdarbeiten - noch alles ein wenig trist. 763.000 Euro hat der Verband für Hochwasserschutz Baunatal/Schauenburg nach den Worten von Geschäftsführer Horst Brixel in den vergangenen Monaten in die Umgestaltung des Baunabettes gesteckt. 82 Prozent Zuschuss kämen vom Land Hessen. Im Vordergrund der Arbeiten stand dabei der lokale Hochwasserschutz.

„Der Bach fragt nicht nach Grundstücksgrenzen.“

Damit die Bauna nicht mehr wie beim Hochwasser 1992 über die Ufer tritt und den halben Ort überflutet, wurden jetzt gezielt Wälle und Mauern erhöht, neue Dämme angelegt und teilweise das Bachbett aufgeweitet.

Renaturiert: Das Bachbett wurde im unteren Teil der Bauna in Kirchbauna ebenfalls neu gestaltet. Wenn sich jetzt noch Pflanzen ansiedeln, könnte es hier richtig idyllisch werden. Fotos: Kühling

Größter Brocken war das Versetzen und Anheben der Fußgängerbrücke am Dorfplatz. Diese wurde um ein gutes Stück verschoben und liegt inzwischen einen Meter höher als vorher. „Der Umbau der Brücke allein kostete 130.000 Euro“, erläutert der Geschäftsführer. In der jetzigen Form kann das Bachbett nun statistisch gesehen ein hundertjähriges Hochwasser verarbeiten. Das heißt: 39 Kubikmeter Wasser müssen pro Sekunde durch alle Bauwerke passen, damit es keine Überflutungen mehr gibt.

In den Randabschnitten musste der Verband mit den Grundstückseigentümern verhandeln. Schließlich brauchte man hier und da einige Meter Gelände, um beispielsweise Wälle im Uferbereich zu erhöhen. In vielen Fällen sei das problemlos gelaufen, berichtet Brixel. Es gehe ja um den Schutz der Häuser, sagt er. „Der Bach fragt nicht nach Grundstücksgrenzen.“

In wenigen Fällen sei man aber bei diesem kleinen Flurbereinigungsverfahren auch auf Widerstand gestoßen, berichtet der Geschäftsführer. Da sei das Bachbett so geblieben, wie es war.

Die Jahrhundertflut von Elgershausen 1992

Große Steine

Versetzt und angehoben: Horst Brixel steht auf der neu positionierten Brücke am Dorfplatz. Auch die Uferbereiche wurden umgestaltet.

Zurück zum unteren Teil der Bauna am Sportplatz: Dort steht neben dem Schutz vor Hochwasser die Renaturierung des Baches im Blickpunkt. Große Steine haben die Experten in den Bachlauf gelegt, um die Fließgeschwindigkeit zu verringern und den Sauerstoffgehalt im Wasser zu erhöhen. Außerdem gibt es tiefere Stellen - so genannte Kolke.

Den lokalen Hochwasserschutz will der Verband nun im Stadtteil Guntershausen abschließen. Dort laufen laut Brixel derzeit die Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern.

Um den Hochwasserschutz insgesamt komplett zu machen, soll vermutlich in den Jahren 2014 bis 2015 noch ein Polder an der Hunsrückstraße unterhalb des Friedhofes entstehen.

Von Sven Kühling

Jahrhunderthochwasser in Baunatal

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