Praskowja und Nikolaus Isaak feierten gestern das Fest der Diamantenen Hochzeit

Hochzeit nach sechs Wochen

Diamantenes Hochzeitspaar: Nikolaus und Praskowja Isaak (von links) freuen sich mit Tochter Nadjeda und Schwiegertochter Tatjana auf das große Familienfest zu ihrem Ehejubiläum. Foto: Oschmann

Niestetal. Dunkelhaarig war Praskowja und schlank, als Nikolaus sie 1952 kennenlernte. „Und dass sie bis heute kein graues Haar hat, gefällt mir gut“, sagt er und lächelt. „Außerdem backt sie die besten, besten Pfannkuchen der Welt“, ergänzt der 82-Jährige und strahlt.

Gestern feierten Nikolaus und seine drei Jahre jüngere Frau Praskowja Isaak mit der ganzen Familie das Fest der Diamantenen Hochzeit.

Er stammt aus der Ukraine, sie aus dem Wolgagebiet. Bei Katharinenburg im Ural kamen sie zusammen. „Ich hatte damals zwei Freunde, die schon verheiratet waren, und die sagten, das sei doch sehr sehr angenehm“, sagt Nikolaus Isaak schmunzelnd. Ehefrau Praskowja, Tochter Nadjeda und Schwiegertochter Tatjana müssen herzlich lachen.

Beim Neujahrsfest am 31. Dezember 1952, in einem Dorf bei Katharinenburg, lernte sich das Paar kennen und heiratete schon sechs Wochen später, am 11. Februar. „Es gab eine Woche Bedenkzeit von der Behörde, aber ich hatte keine Bedenken“, sagt Praskowja Isaak und lacht. Der Ehemann, von Beruf Elektriker, arbeitete zusätzlich als Lehrer an der Berufsschule; Praskowja verdiente mit harter Arbeit in der Landwirtschaft Geld.

1957 wurde Sohn Nikolaus geboren. „Später wurde er aber Nicolai genannt, weil er ja am 6. Dezember geboren wurde“, erzählen die Eltern. 1960 kam Tochter Nadjeda zur Welt.

Die Kinder sollten eine richtige Schulausbildung bekommen, und so zogen die Isaaks 1964 in die Stadt Karaganda, wo sie bis 1990 lebten. Dann kamen sie nach Deutschland, fanden ihre neue Heimat in Sandershausen bei Sohn Nikolai und dessen Frau Tatjana.

Praskowja Isaak kocht sehr gern und gut, „und das jeden Tag“, lobt ihr Mann sie. Das muntere Ehepaar ernährt sich gesund und biologisch. Seitdem sich der alte Herr intensiv mit Ernährung und Medizin befasst, isst er kein Fleisch mehr. Seine Frau, die Fleisch liebt, verzichtet nun auch darauf. Kompromisse nennen die beiden als Schlüssel zum Eheglück. „Und dass wir beide arm waren und zusammen etwas aufgebaut haben, hat uns zusammengehalten“, sagt er.

Zum Hochzeitstag feiern sie am kommenden Wochenende mit der großen Familie, zu der auch drei Enkel gehören. Alle freuen sich schon auf Praskowjas leckere, gefüllte Pfannkuchen.

Von Sabine Oschmann

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