Baunataler Ücler Sari baut mit Partnern

Ehemalige Panzerhalle in Rothwesten wird zum Hochzeitshaus

Hochzeitshaus und Veranstaltungssaal: Ücler Sari auf der Empore der ehemaligen Panzerhalle. Ab Oktober sollen hier bis zu 2500 Menschen feiern oder Konzerte hören können. Fotos: Schräer

Fuldatal. Seit fünf oder sechs Jahren suche er eine Halle für Veranstaltungen, sagt Ücler Sari. Und wenn er eine fand, wie die ehemalige Halle der Firma Karl & Co in Hertingshausen, verweigerten die Kommunen - in diesem Fall die Stadt Baunatal - die Genehmigung für sein Projekt. Jetzt wurde er fündig.

Der 50-Jährige, der in Baunatal wohnt und in der Gießerei des VW-Werks arbeitet, ist am Ziel. Zusammen mit zwei Partnern, die eine Baufirma betreiben, kaufte er die ehemalige Panzerhalle auf dem Gelände der Erler-Anlage in Rothwesten von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) für ein Hochzeitshaus. Die Gemeinde Fuldatal hatte gegen seine Pläne keine Einwände.

Die Halle wird derzeit umgebaut, außer als Hochzeitshaus soll sie laut Sari aber auch für Konzerte und andere Veranstaltungen genutzt werden. Mit einer Kapazität von bis zu 2500 Personen. Bei der Kaufsumme und den Investitionskosten hält sich Sari bedeckt, insgesamt gehe es um einen Millionenbetrag, räumt er ein.

Lexikonwissen:

Informationen zur Fritz-Erler-Kaserne gibt es im Regiowiki der HNA.

10 000 Quadratmeter umfasst das Grundstück. Neben der Halle gehört ein Verwaltungsgebäude zum Komplex, dies werde aber vorerst nicht genutzt, sagt der 50-Jährige. Die Halle selbst sei „schön groß“, sie besteht aus dem künftigen Saal mit 60 mal 36 Metern, also 2160 Quadratmetern, der mit Stoffbahnen unterteilt werden könne. Plus Nebenräumen über zwei Geschosse, wobei das obere vorerst nicht benötigt werde.

Der Saal wurde komplett neu verputzt, an der Längsseite mit den Stahltoren wurde eine neue Wand auch als Isolierung gezogen. Der komplette Boden erhält eine Isolationsschicht und wird gefliest. Bis auf eine Teilfläche an einer Stirnseite, auf der laut Sari Parkett verlegt wird, das als Tanzfläche dienen soll.

Die vorherrschende Farbe ist Weiß, in dieser wird auch die offen sichtbare Dachkonstruktion aus Stahlträgern gestrichen. Eine zentrale Gasheizung sorgt für Wärme, die im Saal über neun Lüfter verteilt wird, große Strahler sorgen für Beleuchtung. In den Nebenräumen sind eine 200 Quadratmeter große Küche, Toilettenanlagen und Lagerräume vorgesehen.

Veranstaltungshalle: Die grünen Metalltore werden noch weiß gestrichen, am Eingang links sieht man die Innenwand, die zur Isolation eingebaut wurde.

Anfang Oktober soll alles fertig sein. Am 15. Oktober werde bereits die erste türkische Hochzeit im Saal gefeiert. Ab dann sei bis Jahresende jeder Samstag ausgebucht, sagt Sari, der mit einem Partner in der Küche und mit bis zu 15 Beschäftigten für die Verpflegung der Gäste und den Service sorgen will.

Die Nachfrage bei noch geringer Werbung zeige, „hier fehlte ein Hochzeitshaus oder großer Saal“. Derzeit müssten türkische Familien für eine Feier bis zu 60 Kilometer zum Beispiel Richtung Warburg fahren. Eine Hochzeit seiner Landsleute werde mit bis zu 800 Gästen gefeiert. In der Erler-Anlage stünden für diese ausreichend Parkplätze zur Verfügung, meint Ücler Sari.

Hintergrund: Hochzeitshäuser abgelehnt 

In der vergangenen Woche versagte der Landkreis Göttingen die Baugenehmigung für ein Hochzeitshaus am Ortsrand von Staufenberg-Lutterberg. Dort wollten zwei türkischstämmige Kasseler Geschäftsleute eine Veranstaltungshalle für 300 bis 500 Personen errichten. Dagegen hatten Anwohner protestiert, die Lärm durch Musik und die Autos der Besucher befürchteten.

Vor Monaten scheiterte ein ähnliches Projekt in Helsa. Dort wollten Investoren einen ehemaligen Supermarkt als Hochzeitshaus umfunktionieren. Dies wurde durch eine Änderung des Bebauungsplans für das Areal verhindert.

Auch in Baunatal gab es Anfragen, in der Halle der ehemaligen Firma Karl & Co einen türkischen Veranstaltungssaal zu etablieren. Und das über Jahre, wie die Stadtverwaltung mitteilt. Dagegen sprachen aber fehlende Parkplätze.

Von Michael Schräer

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