Rückgang von Nutzflächen für den Anbau von Rüben und Getreide - Biogas-Mais nimmt dagegen zu

Höfesterben hört nicht auf

Kreis Kassel. Es gibt immer weniger landwirtschaftliche Betriebe im Landkreis Kassel. Und das Höfesterben hört nicht auf. Jedes Jahr schließen rund 50 Bauern Stall- und Scheunentore für immer.

Im Jahr 2005 gab es nach Auskunft des Amtes für den ländlichen Raum noch 480 Vollerwerbslandwirte, die eine Fläche von 32 000 Hektar bewirtschafteten. Außerdem 880 Nebenerwerbsbetriebe mit einer Fläche von 15 000 Hektar. 2009 waren es nur noch 369 Haupterwerbsbetriebe mit knapp 30 000 Hektar und 812 Nebenerwerbler mit 1540 Hektar. Einige Vollerwerbslandwirte haben in dieser Zeit komplett aufgegeben oder betreiben ihren Hof nur noch im Nebenerwerb.

Die landwirtschaftliche Nutzfläche im Landkreis Kassel ist seit 2005 um rund 700 Hektar zurückgegangen. „Der Bau des Flughafens Kassel-Calden und die damit verbundenen Naturschutz-Ausgleichsflächen sind dabei noch nicht berücksichtigt, da sie erst im nächsten Jahr zu Buche schlagen“, erklärt Christian Primus, Leiter des Amtes für den ländlichen Raum.

Beim Fruchtanbau gehen Hackfrüchte wie Kartoffeln und Zuckerrüben sowie Sommergetreide und Wintergerste zurück, während Biogas-Mais zunimmt. Allerdings wird der Mais bisher nur auf fünf Prozent der Ackerflächen angebaut.

Mit den Höfen verschwinden auch die Tiere im Landkreis. Gab es im Jahr 2003 noch 7200 Milchkühe, so waren es im Jahr 2007 nur noch 6700. Die Zahl von 73 000 Schweinen im Jahr 2003 reduzierte sich 2007 auf 66 000.

Gründe für Betriebsaufgaben sind laut Primus mangelnde Wirtschaftlichkeit des Betriebes, fehlende Hofnachfolge und die schlechte Flächenausstattung.

Das Amt rät den Landwirten, sich zu spezialisieren. Grundsätzlich gelte: Der Verlust landwirtschaftlicher Betriebe bedeute immer auch eine Schwächung der regionalen Wirtschaftskraft.

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Von Bea Ricken

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