Kunstvoll geschnitzte Motive zieren seit zwei Jahrzehnten den Helsaer Maibaum

Höher als der Kirchturm

32 Meter lang: Den ersten Maibaum stellte die Feuerwehr Helsa 1993 auf. Damals wurde der Baum noch nicht mit Schnitzereien verziert. Fotos: Kothe

Helsa. Der Metzger eilt beilschwingend hinter der fliehenden Sau her, während gleich daneben dem Kfz-Mechaniker die Fronthaube eines Käfers auf den Kopf fällt – das sind zwei von 20 geschnitzten Motiven des Helsaer Maibaums, der am Samstag, 28. April, zum 20. Mal von der Freiwilligen Feuerwehr aufgerichtet wird.

Der Baum ist mit seinen 32 Metern einer der größten in der Region. Einzigartig sind auch die kunstvollen Schnitzereien. Sie stammen aus der Hand von Rainer Huss und zieren seit 1996 den Baum.

„Wir hatten davor nur die üblichen Zunftwappen, mit denen viele Besucher nichts anfangen konnten“, sagt Huss und ergänzt: „Dann kam die Idee, den Zünften figürlich nachzuhelfen, und zwar mit Humor.“ Geschnitzt hat er die Motive zunächst aus Lindenholz, das sich jedoch als wenig wetterbeständig erwies. „Akazienholz hat sich stattdessen als robustes Material erwiesen, obwohl es schwer zu bearbeiten ist.“ So werden nun nach und nach die alten Motive durch neue ersetzt. Diesmal nehme er die Feuerwehr auf die Schippe, sagt Huss lächelnd.

Feuerwehrvereinsvorsitzender Markus Rausch erinnert sich gut an das erste Aufrichten des Maibaums im Jahr 1993. Als Jugendlicher beobachtete er das Spektakel, das eigentlich nichts Neues im Dorf war. Wenige Jahre zuvor richtete ein anderer Verein schon einmal einen Maibaum auf.

„Wir hatten bis dahin das Osterfeuer von der Jugendfeuerwehr veranstaltet, aber das Verbrennen von Holzschnitt war uns nicht mehr zeitgemäß“, erläutert Huss. Der Maibaum sei da eine tolle Alternative für die Jugendlichen gewesen. Das erste Ziel: Der Baum sollte höher als der Kirchturm sein. Und doch überragte der 32,75 Meter hohe Maibaum den Turm nicht. Der steht nämlich rund anderthalb Meter höher im Gelände. Das erste Maibaumaufstellen war ein Sprung ins kalte Wasser, erinnert sich Huss. Denn man wusste nicht, wie ein so hoher Baum mit Stangen und Muskelkraft aufzurichten sei. Man habe viel gerechnet und geplant. 30 Feuerwehrleute waren nötig, um den 1,2 Tonnen schweren Baum mit Stangen in einen Winkel von etwa 50 Grad aufzurichten. Dann zogen die Zuschauer den Baum mit Leinen in seine Halterung. Mit den Jahren wurden das System und die Sicherheit verfeinert. Im Boden verankerte Stahlseile sichern den Baum zu den Seiten, ein Seilzug verhindert ein Zurückkippen.

Am Samstag, 28. April, ab 18.30 Uhr wird das Schauspiel wieder zu sehen sein. Dann ertönt das laute „Hebt an“. Für Aktive und Zuschauer gibt es Livemusik der Band Schreckschuss, Maibowle und Leckereien vom Grill. (zko)

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