Alt-Kennzeichen für neues Auto

HOG-Nummernschild für Baunataler

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Nicht einverstanden: Die Baunataler Anja und Carsten Behmel hatten plötzlich ein HOG-Kennzeichen an ihrem neuen Auto, wie es unsere Fotomontage noch einmal nachstellt. Sie meldeten das Auto daraufhin erneut um.

Baunatal. Als Anja und Carsten Behmel vor gut einem Jahr ihr neues Auto vom Autohaus Ostmann in Wolfhagen abholen wollten, trauten sie ihren Augen nicht. An dem Gebrauchtwagen der Baunataler prangte ein HOG-Kennzeichen für Hofgeismar.

Zunächst vermuteten sie einen Fehler der Zulassungsstelle. Doch wie sich jetzt herausstellte, ist der Händler selbst für das ungewöhnliche Kennzeichen der Großenritter verantwortlich. „Unser Sohn hat dauernd gesagt, das ist nicht unser Auto“, erinnert sich Anja Behmel an der Tag der Übernahme des silbernen VW-Tiguan mit dem Nummernschild „HOG MW 18“ bei dem Händler in Wolfhagen zurück. Der 19-Jährige konnte sich nicht damit anfreunden, dass die Baunataler Familie künftig mit einem Hofgeismarer Auto umherfahren sollte.

„Wir haben uns zunächst nichts dabei gedacht“, sagt Carsten Behmel (48), der im Getriebebau des VW-Werkes arbeitet, zu seinem ersten Eindruck. Deshalb habe er das Auto mit nach Hause genommen. „Zunächst fanden wir das ganz lustig, aber am nächsten Tag waren wir uns sicher: Das geht gar nicht.“

Anja Behmel fuhr einige Tage später mit dem HOG-gekennzeichneten Tiguan zur Zulassungsstelle in Wolfhagen und meldete das Auto schließlich eigenhändig um. Diesmal mit dem gewohnten KS-Nummernschild. Etwa 90 Euro habe sie für die gesamte Aktion hinblättern müssen, berichtet die 43-jährige Baunatalerin.

Die Großenritter vermuteten damals, dass die Zulassungsstelle von Stadt und Landkreis Kassel einfach neben „KS“ auch die seit kurzem erlaubten Alt-Kennzeichen „WOH“ oder „HOG“ ausgebe, wenn man das nicht extra anders wünsche.

Doch die Ursache liegt wohl im Vorgehen des Autohauses Ostmann, wie Verkaufsleiter Karl-Heinz Arend auf Anfrage der HNA bestätigt. Der Händler bekomme von der Zulassungsstelle eine Liste mit freien Kennzeichen übermittelt, sagt Arend. Darunter seien auch WOH- und HOG-Kennzeichnen. Anhand dieser Liste lasse man auch schon Nummernschilder anfertigen. Und wenn ein Kunde - wie im Fall der Familie Behmel - bei ihnen keine besonderen Wünsche angebe, werde einem Fahrzeug einfach eines dieser Schilder zugewiesen.

Diese Variante stützt auch Ingo Happel-Emrich, Sprecher der Stadt Kassel, die für die gemeinsame Zulassungsstelle von Stadt und Landkreis zuständig ist. Genau dieses HOG-Kennzeichen sei damals vom Autohaus Ostmann für dieses Fahrzeug beantragt worden, sagt er weiter. Gebe es nämlich keinen besonderen Wunsch, bekämen die Autos im Kreis KS zugeteilt. Dass einfach jemand ein Alt-Kennzeichen mit WOH oder HOG bekomme, schließt Happel-Emrich hingegen aus.

Von Sven Kühling

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