Baunataler Werkstätten: Holger Buda arbeitet dort seit über 30 Jahren

Er montiert Rollen für VW: Holger Buda hört bei seiner Arbeit in Kirchbauna gern Schlager aus dem Radio. Foto: Dilling

Baunatal. Die Baunataler Werkstätten begehen mit einer Festwoche ihr 50-jähriges Bestehen. 2000 Menschen mit Behinderung arbeiten in der Baunataler Diakonie Kassel, wie die Werkstätten heute heißen - einer davon, Holger Buda.

Immer wenn Holger Buda einen VW-Transporter sieht, ist er ein bisschen stolz. Denn der 51-Jährige hat mit daran gebaut. Er fügt mit großer Konzentration und Geduld in der Außenstelle Kirchbauna der Baunataler Werkstätten Bolzen, Buchsen und Rollen zusammen. Mit seiner Arbeit sorgt er dafür, dass die Schiebetür des Fahrzeugs problemlos in das Schloss gleitet. 600 Rollen schafft er pro Tag. Wenn die Zeit für die nächste Lieferung an VW drängt, sind es auch mal 650. „Dann bin ich aber ganz schön geschafft“, sagt der Söhrewalder.

Im Wandel der Zeit

50 Jahre Baunataler Diakonie

Buda arbeitet seit mehr als 30 Jahren in den Werkstätten. Er ist ein Beispiel dafür, mit welcher Ausdauer behinderte Menschen etwas leisten können und wie wichtig eine Arbeitsstelle für ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Alltag ist. „Ich freue mich jeden Tag auf die Arbeit“, sagt Buda. Selbst als er nach einem Arbeitsunfall viele Wochen krankgeschrieben zu Hause bleiben musste, rief er häufig in Kirchbauna an, fragte wie die Arbeit läuft und wie es den Kollegen geht. „Das ist wie ein zweites Zuhause für mich. Ich bin mit meiner Arbeit sehr zufrieden“, sagt der Söhrewalder, der bei seinen Eltern lebt. Unter den anderen Beschäftigten hat er Freunde gefunden, die er ab und zu auch privat besucht. Buda liebt die Geselligkeit und die Feste in seinem Dorf Wattenbach, wo er Mitglied im Verkehrsverein ist. Nach dem Wochenende erzählt er seinen Kollegen gern die Neuigkeiten.

Seit Jahrzehnten eine feste Größe im Baunataler Stadtbild: Die Zentrale der Baunataler Diakonie Kassel (BDKS). Das Bild entstand in den 80er-Jahren. Foto: privat/nh

Buda hat in den 30 Jahren vieles gemacht, was in einer Werkstatt für Behinderte an Arbeit anfällt. Er stand an der Maschinenpresse, an der Punktschweißmaschine und der Drehmaschine. Dafür hat der Söhrewalder ein Talent, stellte man in der Werkstatt während des Praktikums fest, das Buda absolvierte, nachdem er eine Schule für Lernbehinderte verlassen hatte.

Abteilungsleiter Volker Wackerbarth schätzt Buda. Dieser Mitarbeiter sei „ziemlich selbstständig und beweglich“. Der Söhrewalder nutzt gern die sportlichen Angebote, die die Werkstatt in den zahlreichen Pausen bietet, Turnen, Schwimmen, Gymnastik und Nordic Walking. Und sogar seiner großen Leidenschaft, dem Tanzen, kann er in der Werkstatt nachgehen. Zu den Höhepunkten des Jahres zählt er die Tage, an denen die Diskothek A7 ihre Türen kostenlos für Mitarbeiter der Werkstätten öffnet. „Da hole ich mir zwischendurch immer eine Pizza“, erzählt Buda.

Von Peter Dilling

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