Sieben Mädchen und ein Junge schnupperten in der Vellmarer Tischlerei Mennickheim Arbeitsluft

Das Holz mit allen Sinnen erkunden

Holzvielfalt: Markus Eschner (links) und Tino Hausl zeigen den Teilnehmern Moritz (von links), Johanna, Anna-Lena, Anabel, Anna, Jana, Nicole und Valerie die Vielzahl an Holzfurnier. Foto: Sommerlade

Vellmar. Der Duft kommt Anna bekannt vor. Es dauert jedoch einen Moment, bis sie sich sicher ist. Erneut hält die 14-Jährige das große Glas direkt unter ihre Nase und riecht an den frisch geschnittenen Holzspänen darin. „Das riecht irgendwie nach Bleistift“, sagt sie kichernd. Die Schülerin der Ahnatal-Schule Vellmar (ASV) war eine der sieben Schülerinnen, die sich anlässlich des Mädchen-Zukunftstags „Girls’ Day“ über das Berufsbild des Tischlers bei der Vellmarer Tischlerei Mennickheim informierten.

Bereits zum sechsten Mal öffnete die Tischlerei ihre Türen für den regelmäßig am vierten Donnerstag im April stattfindenden Girls’ Day. Diesmal begann der Berufsorientierungstag zunächst mit einer ganz praktischen Übung: dem Erkennen unterschiedlicher Holzarten anhand ihres Geruchs. „Das war richtig interessant. Ich wusste gar nicht, dass es so viele verschiedene Holzdüfte gibt“, staunte Anna. Und dass es sich beim von ihr identifizierten Bleistiftduft um den würzigen Geruch des Thujabaumes handelte, war ihr ebenfalls neu. „Die Schüler sollen das Material mit allen Sinnen erkunden, bevor sie damit arbeiten“, erklärte Markus Eschner die Einführungsübung der Veranstaltung. Testen, wie Holz duftet. Tasten, wie es sich anfühlt. Und beobachten, wie es sich äußerlich unterscheidet. „So entwickeln die Teilnehmer ein Gefühl für die unterschiedliche Beschaffenheit von Holz und können dann entsprechend damit umgehen“, so der Tischlermeister.

Das bestätigte auch Jana. „Ich habe jetzt schon ein ganz gutes Gespür für die Arbeit mit Holz“, freute sich die ASV-Schülerin über das Gelernte. Bei dem Fertigen einer kleinen Holzkiste stellte sie gemeinsam mit ihren Freundinnen ihr Können unter Beweis. Geschickt setzte sie die Seitenteile aneinander, bevor sie die Teile verleimte und anschließend die Kanten der fertigen Kiste abschliff. „Toll, dass wir so viel über Holz erfahren haben und jetzt sogar noch etwas Eigenes aus Holz herstellen können“, fand die 13-Jährige.

Den Schülern etwas mit auf den Weg zurück in den Schulalltag zu geben, war auch für Geschäftsführer Tino Hausl wesentlich. „Es ist schön, wenn man mit diesem besonderen Tag jungen Menschen die Reize unseres Berufs vermitteln kann.“ Weibliche Auszubildende sind in der Tischlerei Mennickheim übrigens keine Seltenheit. „Wir haben schon viele junge Frauen ausgebildet. Dabei hat sich gezeigt, dass diese oft bei den besten Absolventen dabei waren.“

Ob für Jana, Anna und Nicole eine derartige Ausbildung infrage kommt, vermochten sie am Ende des Informationstags nicht zu sagen. „Wir fanden es aber auf jeden Fall spannend und freuen uns über die Holzkiste. Das wird ein schönes Ostergeschenk.“

Von Martina Sommerlade

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